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DIVER - Regional differenzierte Versorgung

Eine international vergleichende Analyse ländlicher Versorgungsmodelle

 

Projektkennung VfD_DIVER_12_002019
Laufzeit von 04/2012 bis 03/2014
Webseitehttp://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag6/projekte/diver.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Versorgungsmodelle sind aktuell in Finnland und Kanada etabliert, die den erschwerten Versorgungsbedingungen strukturschwacher ländlicher Regionen gerecht zu werden versuchen und hier besonders die Bedarfslagen und Bedürfnisse älterer Menschen und bei chronischer Krankheit und Pflegebedürftigkeit berücksichtigen?

Wie steht es um die Transferbedingungen und -voraussetzungen der gesichteten Modelle in Deutschland?
Hintergrund / Ziele Generell steht die Gesellschaft vor der Aufgabe, die Versorgung an die künftig steigende Zahl chronisch Erkrankter und Pflegebedürftiger anzupassen. Dabei gilt es zu beachten, dass die demografische Alterung regional unterschiedlich verläuft und vor allem ländliche Regionen stärker betroffen sind. Doch neue Versorgungsmodelle werden zumeist noch im urbanen Raum entwickelt und erprobt, sodass die Probleme und Möglichkeiten in ländlichen Regionen unberücksichtigt bleiben. Hinzu kommt, dass hierzulande bereits vorliegende (Planungs-)Überlegungen meist nur auf Teilbereiche − v.a. medizinische Versorgung − beschränkt sind.
Während eine regional differenzierte und auf Partizipation der Akteure vor Ort angelegte Versorgungsgestaltung für ländliche Regionen in Deutschland noch unterentwickelt ist, haben andere Länder bereits mehr Erfahrung. Im Projekt sollen Versorgungsmodelle in zwei dieser Länder näher untersucht werden: Kanada und Finnland. Dort wurden Modelle für den ländlichen Raum aufgrund der geografischen und siedlungsstrukturellen Situation und gleichfalls im Zuge der Alterung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten in den letzten Jahren mit verschiedenen Strategien forciert. Dabei wurden aufgrund der beide Länder prägenden dezentralen Verantwortung für gesundheitliche und soziale Infrastruktur regional und lokal unterschiedliche Modelle etabliert, die einen reichhaltigen Fundus für Innovationen darstellen, aber auch auf Schwierigkeiten verweisen könnten.

Ziel des Projekts ist es, innovative Versorgungsmodelle in strukturschwachen ländlichen Regionen in Kanada und Finnland zu identifizieren, zu explorieren und unter qualitativen und quantitativen Versorgungsgesichtspunkten auf ihre Übertragbarkeit auf (ländliche) Regionen in Deutschland hin zu analysieren.
Methodik a) Literatur- und Dokumentenanalyse zu ländlichen Versorgungsmodellen in Finnland und Kanada

b) Leitfadengestützte telefonische Experteninterviews zur ländlichen Versorgungsgestaltung: ausgewiesene Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen (Gesunddheits-, Verwaltungs- und Sozialwissenschaften, Medizin, Pflegewissenschaft, Sozialarbeit, Führungskräfte im Gesundheitswesen, Verbands- und Standesvertreter).

c) Leitfadengestützte face-to-face Experteninterviews mit Verantwortlichen in der Versorgungspraxis in ausgewählten ländlichen Regionen Finnlands und Kanadas (Verwaltung, Einrichtungsleitung, praktizierende Gesundheitsprofessionen) und Vor-Ort-Begehungen

b und c: inhaltsanalytische Auswertung
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 15)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 44)
Studiendesign Modellbeschreibung
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die im Rahmen des Projekts in Finnland und Kanada identifizierten und beschriebenen Versorgungsmodelle zeigen neue und kreative Zugänge, die auf die spezifischen Bedingungen des ländlichen Raums abgestimmt sind und Zugangsbarrieren ebenso wie Qualitätseinbußen vermeiden helfen. Dazu gehören vor allem niederschwellige und umfassende Primärversorgungsmodelle, mobile und zugehende Dienste, vernetzte Strukturen in der ambulanten und stationären Versorgung sowie generell Initiativen, die sektorale, organisatorische und professionelle Grenzen überwinden, eine integrierte und kontinuierliche Gesundheits- und Sozialversorgung stärken und die vor Ort lebenden Menschen und ihr bürgerschaftliches Engagement bei Planungs- und Entscheidungsprozessen aktiv einbinden.
In ihrer Architektur finden sich überdies verbindende und wiederkehrende Ansätze. Diese sind besonders:
- populationsorientierte Herangehensweise, systematisch umgesetzt durch datengestütztes Arbeiten, z.B. Community Health Assessments,
- präventiv orientierte Versorgungsgestaltung,
- Stärkung generalistischer Kompetenz der im ländlichen Raum praktizierenden Gesundheitsprofessionen, verbunden mit dem
- Aufbau und Stärkung der Rolle von Gate Keepern als feste Ansprechpartner zur Kontinuitätssicherung über Versorgungssektoren hinweg,
- multiprofessionelle Ausrichtung/anderer Professionenmix, v.a.
- Stärkung der Rolle der Pflege ,
- und Nutzung von Neuen Medien/Informations- und Kommunikationstechnologien zur Überwindung von Entfernungen zu den Patienten und zwischen den beteiligten Gesundheitsprofessionen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 29.01.2016