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CHeC - Challenging Inequities in Health and Health Care

 

Projektkennung VfD_CHeC_12_002023
Laufzeit von 06/2012 bis 06/2016
Webseitehttp://www.mig.tu-berlin.de/berlinhecor/main0/nachwuchsgruppe_und_projekte/chec1/
Status des Projekts laufend
GesamtprojektGesundheitsökonomisches Zentrum Berlin
ProjektkuerzelBerlinHECOR

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Längsschnittanalysen zu einkommensbedingten gesundheitlichen Ungleichheiten

Wie hat sich der Gesundheitszustand in den verschiedenen sozioökonomischen Gruppen entwickelt?
Hat eine Verringerung der einkommensbezogenen gesundheitlichen Ungleichheit stattgefunden?
Determinanten von Ungleichheiten in der Bevölkerungsgesundheit

Welchen Einfluss haben Versorgungsleistungen auf diverse Indikatoren zur Messung der Bevölkerungsgesundheit?
Ungleichheiten in Gesundheit und Responsiveness in der ambulanten Versorgung

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Responsiveness auf individueller Ebene und gesundheitlichen Unterschieden bzw. einkommensbezogenen Ungleichheiten?
Untersuchung von Ungleichheiten im Zugang zu medizinischen Leistungen

Wo existieren Ungleichheiten im Zugang zu medizinischen Behandlungen im ambulanten und stationären Sektor und wie können diese erklärt werden?
Hintergrund / Ziele Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status häufig auch gesundheitlich benachteiligt sind. Auch bezüglich der Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung zeigen sich sozial bedingte Ungleichheiten. Trotz der breiten empirischen Basis besteht weiterhin Forschungsbedarf hinsichtlich der Entwicklungen der gesundheitlichen Ungleichheiten und ihrer Determinanten über die Zeit. Bezüglich der sozioökonomischen Benachteiligung bei gesundheitlicher Versorgung ist noch weitgehend ungeklärt, inwieweit Ungleichheiten in der Inanspruchnahme durch Ungleichheiten im Zugang zu Leistungen erklärt werden können. Hier bedarf es Untersuchungen, die über die reine Betrachtung der Inanspruchnahme von Versorgungs- und Vorsorgeleistungen hinausgehen und sich mit der direkten Messung des Zugangs auseinandersetzen. Die BMBF-Nachwuchsgruppe widmet sich der Beantwortung dieser offenen Fragen, um das Verständnis für die Ursachen sozial bedingter Ungleichheiten in Gesundheit und Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Das übergreifende Ziel ist eine umfassende Berichterstattung zu Ausmaß und Ursachen gesundheitlicher Ungleichheit. Informationen über bestehende Ungleichheiten in Gesundheit und der gesundheitlichen Versorgung sollen gesammelt und systematisch analysiert werden. Die Ergebnisse sollen in nachvollziehbare Kennzahlen zusammengefasst werden. Diese sollen politischen Entscheidungsträgern als empirische Basis für die Entwicklung von Strategien zur Verringerung von Ungleichheiten im Gesundheitswesen sowie zur Verbesserung des Zugangs zur gesundheitlichen Versorgung dienen.
Methodik Bei der Beantwortung der Fragestellungen wird auf verschiedene ökonometrische Datenauswertungsverfahren zurückgegriffen. U.a.:

Längsschnittanalysen
Dekompositionsanalysen
Räumliche Regressionen
Mehrebenenanalysen
Datenbasis Sekundärdaten
Studiendesign Querschnittstudie
Längsschnittstudie
Ökologische Studie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse [1] Längsschnittanalysen zu einkommensbedingten gesundheitlichen Ungleichheiten

Anhand des sozio-ökonomischen Panels wurden Daten der Jahre 1994-2011 ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesundheitliche Benachteiligung einkommensschwacher Schichten seit 1994 deutlich zugenommen hat. Sowohl die Ungleichheit in den einzelnen Jahren als auch die Zunahme über die Zeit hängen insbesondere mit der Arbeits- und Einkommenssituation der Befragten zusammen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Teil der Zunahme – insbesondere der geringer Bildung, Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung zuzuschreibende – zumindest zum Teil auf die Arbeitsmarkt- und Sozialreformen zurückzuführen sein dürfte.

[2] Determinanten von Ungleichheiten in der Bevölkerungsgesundheit

Die Ergebnisse zu potenziell vermeidbaren Krankenhausfällen zeigen, dass zusätzlich abgerechnete Leistungen im
ambulanten Bereich die Hospitalisierungsraten bei Frauen und Männern senken. Da dieser Zusammenhang mit steigendem Leistungsvolumen abnimmt, wären Effizienzsteigerungen durch Umverteilung zugunsten von Regionen mit geringen Versorgungsgraden zu erwarten. Eine
Analyse zu vermeidbaren Sterbefällen zeigt, dass insbesondere die Sterblichkeit bei kardiovaskulären Krankheiten in hohem Maße von der Sozioökonomie der jeweiligen Region abhängt.

Eine weitere Analyse belegt, dass einkommensbezogene Ungleichheit in der Verteilung von Adipositas, Hypertonie und Diabetes auch auf kleinräumiger Ebene existiert. Ein systematischer Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Ungleichheit und räumlicher Deprivation auf Gemeindeebene konnte jedoch nicht gefunden werden

[4] Untersuchung von Ungleichheiten im Zugang zu medizinischen Leistungen

Die Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen variiert deutlich in Abhängigkeit der betrachteten Region. Für Koloskopien zeigen sich bspw. höhere Inanspruchnahmeraten im Norden Deutschlands im Vergleich zu süddeutschen Kreisen. Die zytologische Untersuchung (Pap-Test) wird hingegen häufiger in Ostdeutschland durchgeführt. Die Ergebnisse räumlicher Regressionsmodelle zeigen, dass mit steigener Arztdichte und mit sinkender durchschnittlicher Fahrzeit zum nächsten Arzt, die Inanspruchnahme zunimmt.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 05.05.2015