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Nutzerorientierung und Nachhaltigkeit im Kontext der vernetzten Versorgung.

Eine qualitative Studie im Bereich der organisationsbezogenen Versorgungsforschung.

 

Projektkennung VfD_06_002037
Laufzeit von 06/2006 bis 06/2012
Webseitehttp://lüdecke.net/projekte.php
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Im Kontext der vernetzten Versorgung und des Schnittstellenmanagements wird von den beteiligten Leistungserbringern (Krankenhäuser, Pflegedienste, Ärzte, Therapeuten etc.) verbesserte Koordination und Kooperation in der Pflegeüberleitung und der anschließenden Weiterversorgung von chronisch Erkrankten und Pflegebedürftigen gefordert.

Angesichts zunehmender Ausdifferenzierung sowohl von organisationsinternen Abteilungen und Arbeitsprozessen als auch unterschiedlicher Leistungsanbieter liegt die Herausforderung des Schnittstellenmanagements insbesondere in der Sicherung von Anschlussmöglichkeiten. Allein wegen der immer kürzer werden Liegezeiten von Patienten ist eine netzwerkförmige Kooperation notwendig, um im Rahmen dieses Schnittstellenmanagements Zuständigkeiten der Versorgung immer wieder neu auszuhandeln und zuzuweisen.

Aufgrund der Komplexität der involvierten Organisationen werden reibungslose Informationsweitergaben und schnelle, funktionierende Kommunikationswege zunehmend problematisch. Für das Schnittstellenmanagement bedeutet dies, dass rationale und konsequent durchgeführte Handlungsstrategien und Entscheidungsfindungen zumindest für einen organisationsübergreifenden Versorgungs- und Vernetzungsprozess eher unwahrscheinlich sind.

Für die vernetzten Organisationen bedeutet dies, dass Schnittstellen nicht mehr als Einrichtungen zur automatischen Sicherstellung von Kooperation gesehen werden können, sondern mit Bezug auf aktuelle soziologische System- und Netzwerktheorien als rationalitäts- und transparenzpessimistisch aufgefasst werden müssen. Die Frage ist, wie unter diesen Bedingungen, also unter Berücksichtigung von Eigeninteressen und unerwartetem Verhalten der Akteure, Kooperation und Vernetzung gelingen können bzw. welche Faktoren das Gelingen eher fördern oder behindern
Hintergrund / Ziele Das deutsche Gesundheitswesen ist sowohl innerhalb eines Versorgungssektors als auch Sektoren übergreifend durch einen hohen Grad an Fragmentierung und Spezialisierung von Angeboten gekennzeichnet. Für reibungslose Versorgungsübergänge ist die Vernetzung der beteiligten Institutionen, Dienste und Berufsgruppen notwendig. In besonderem Maße sind Personen mit länger andauerndem Pflegebedarf auf eine funktionierende, auf die Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichtete Kooperation angewiesen.

Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mit der Frage, was Nachhaltigkeit und Nutzerorientierung für die am Schnittstellenmanagement beteiligten Leistungserbringer bedeuten kann.

Im Einzelnen ist danach zu fragen, welche Strategien die Leistungserbringer einsetzen, um Nachhaltigkeit und Nutzerorientierung erfolgreich umzusetzen. Dabei geht es auch um die Frage, inwiefern sich diese Strategien auf die organisationsübergreifende Koordination und Abstimmung unterschiedlicher, am Versorgungsprozess beteiligten


Zielsetzung
Ausgehend von der Annahme, dass die Herausforderungen im Schnittstellenmanagement in der Komplexität des Prozesses selbst liegen, soll dieser unter einer neuartigen Perspektive analysiert werden. Mit Hilfe von system- und netzwerktheoretischen Ansätzen soll das Schnittstellenmanagement selbst als System aufgefasst werden. Die Probleme in den Arbeits- und Prozessabläufen der organisationsübergreifenden Koordination und Abstimmung unterschiedlicher, am Versorgungsprozess beteiligter Einrichtungen können dadurch im „Schnittstellensystem“ selbst verortet und analysiert werden.

Das Ziel ist es, durch diese neue Perspektive auf den Koordinations- und Kooperationsprozess ein besseres Verständnis für die Ursachen und möglichen Folgen der Probleme zu erhalten und eine Heuristik zu entwickeln, die helfen kann, einen nachhaltigen und nutzerorientierten Versorgungsprozess zu strukturieren und dabei verschiedene Aspekte der organisationsübergreifenden Koordination und Abstimmung unterschiedlicher, am Versorgungsprozess beteiligter Einrichtungen zu berücksichtigen. Daraus sollen Rahmenempfehlungen abgeleitet werden, die angeben, unter welchen Bedingungen ein nachhaltiges nutzerorientiertes Schnittstellenmanagement optimiert werden kann bzw., welche Faktoren das Gelingen eher fördern oder behindern.
Methodik Datenerhebung

Mit Hilfe qualitativer Experteninterviews werden die am Entlassungs- und Schnittstellenmanagement beteiligten Professionellen befragt. Vorgehensweise bei der Auswertung

Die Analyse der Daten und Zusammenführung mit der Theorie orientiert sich an der dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack. Als Auswertungsschema werden Kategorien gebildet, die sich auf die theoretischen Konzeptionen von Nachhaltigkeit und Nutzerorientierung beziehen.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 29)
Studiendesign Qualitative Experten-Interviews
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Lüdecke D (2014) Patientenorientierung und vernetzte Versorgung. Eine qualitative Studie. Berlin, Münster: LIT-Verlag

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 18.03.2016