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Inzidenz, Prävalenz und antithrombotische Therapie bei Vorhofflimmern bei älteren Patienten in Deutschland

 

Projektkennung VfD_11_002137
Laufzeit von 01/2011 bis 12/2012
Webseitehttp://www.bips.uni-bremen.de/projekte.php?projID=508
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz und Inzidenz des Vorhofflimmerns (VHF) bei älteren Personen in Deutschland zu ermitteln und die Versorgung von Patienten mit neu aufgetretenem VHF zu beschreiben.
Hintergrund / Ziele Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste Herzrhythmusstörung im Erwachsenenalter und betrifft vor allem ältere Personen. Die relevanteste Folgeerkrankung des VHF ist der Schlaganfall, wobei VHF das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden um den Faktor 5 steigen lässt. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, ist von einem starken Anstieg von Personen zu rechnen, die an VHF leiden. Verschiedene Modellierungsstudien vermuten bis 2050 einen Anstieg der Anzahl von Personen, die an VHF erkrankt sind, um den Faktor 2-3.
Die antithrombotische Versorgung des VHF in Deutschland wurde in mehreren Studien beschrieben, die Ergebnisse weichen teilweise jedoch stark voneinander ab. Einige dieser Studien spiegelten nicht die Routineversorgung des VHF wider, andere schlossen kaum ältere Personen in die Studie ein, und wiederum andere konnten aufgrund kleiner Fallzahlen keine belastbaren Aussagen treffen.
Eine adäquate Versorgungsplanung setzt Kenntnisse über die Häufigkeit der Erkrankung sowie potentielle Versorgungdefizite voraus. Zur Epidemiologie des VHF in Europa sowie der antithrombotischen Therapie liegen bis jetzt jedoch kaum robuste Ergebnisse vor. Daher war es Ziel dieser Studie, die Inzidenz und Prävalenz von VHF in der älteren Bevölkerung zu ermitteln, sowie die antithrombotische Versorgung dieser Patienten zu beschreiben.
Methodik Die Ermittlung der Prävalenz und Inzidenz des VHF erfolgte auf Basis von Daten dreier gesetzlicher Krankenversicherungen (GKV), die im Untersuchungszeitraum mehr als 8 Millionen Versicherte einschlossen. Die Periodenprävalenz wurde jeweils für die Jahre 2004-2007 berechnet. Die Inzidenzrate in 2007 wurde bei Versicherten ermittelt, die zuvor eine dreijährige Versicherungsperiode ohne VHF-Diagnose aufwiesen. Die Versorgung wurde anhand von Patienten mit neu aufgetretenem VHF im Jahr 2008 charakterisiert. Patienten wurden dabei anhand von spezifischen Arzneimitteln und Interventionen der Frequenz- oder Rhythmuskontrolle zugeordnet.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 800.000)
Studiendesign Querschnittstudie
Längsschnittstudie
Kohortenstudie (retrospektiv)
Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 65 bis 110 Jahre
Ergebnisse Die altersstandardisierte Periodenprävalenz von VHF in 2007 betrug 10,3% und stieg im Verlauf des Untersuchungszeitraums an. Die altersstandardisierte Inzidenzrate des VHF lag bei 27,4/1.000 Personenjahre in 2007. Beide Größen waren bei Männern höher als bei Frauen und unterlagen einer starken Altersabhängigkeit. Circa 38% der Patienten mit inzidentem VHF erhielten Vitamin-K-Antagonisten (VKA), wobei Frauen und Ältere seltener nach der VHF-Diagnose mit VKA versorgt wurden. Den initialen Therapieansatz bei inzidentem VHF stellte bei 19% die Rhythmuskontrolle dar, 59% erhielten eine frequenzkontrollierende Therapie.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.12.2015