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Vergleich von Praxisdaten mit Routinedaten zur Beurteilung der Versorgungsqualität von Patienten mit Vorhofflimmern

 

Projektkennung VfD_12_002157
Laufzeit von 07/2012 bis 07/2013
Webseitehttp://www.medizin.uni-greifswald.de/icm/index.php?id=496
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Primär:
Wie hoch ist die tatsächliche Verordnungsrate
von oraler Antikoagulation bei Patienten mit
Vorhofflimmern?

Sekundär:
Welche Gründe für die Nicht-Verordnung von oraler
Antikoagulation liegen vor?
Welche weiteren Aspekte der Versorgungsqualität werden nicht in Routinedaten abgebildet?
Hintergrund / Ziele Internationale und eine nationale Auswertung von Abrechnungsdaten zeigen, dass ein hoher Anteil (>50%) der Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) keine orale Antikoagulation (OAK) erhält. Ziel der Studie ist eine vergleichende Analyse der Qualität der ambulanten Versorgung bei VHF anhand direkt in der Praxis erhobener Daten und Abrechnungsdaten.
Methodik Für eine Querschnittstudie wurden mit der Praxissoftware Patienten mit VHF (ICD I48.-) in 29 aus 182 angeschriebenen Hausarztpraxen in Vorpommern (Teilnahmerate 16%) identifiziert. Daten zur Demographie, Medikation und Komorbidität im Zeitraum von 7/2011 – 6/2012 wurden aus der Dokumentation extrahiert und anhand eines strukturierten Fragebogens mit dem Arzt ergänzt. Es wurde eine rohe und eine adjustierte OAK-Verordnungsrate unter Berücksichtigung bestehender Kontraindikationen und weiterer Indikatoren leitliniengerechter Versorgung ermittelt.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 927)
   Direkterhebung aus der Praxissoftware  (Stichprobengröße: 927)
Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
   Kassenärztliche Vereinigung - KVMV  (Stichprobengröße: 1.800)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Von 927 Patienten (Durchschnittsalter 75 ± 9,6Jahre, 54% Männer) hatten 93% eine Indikation zur OAK (CHA2DS2-VASc-Score ≥ 2). 71% der Patienten erhielten Phenprocoumon, 5% ein neues OAK und 17% Thrombozytenaggregationshemmer. Dies entspricht einer rohen Gesamt-OAK-Verordnungsrate von 75% (Praxisdurchschnitt 73% ± SD 17). Unter Berücksichtigung von Diagnosesicherheit, HAS-BLED-Score und Kontraindikationen lag bei 92% der Patienten eine leitliniengerechte OAK, bei 6% eine individuelle Kontraindikation und bei 2% eine Unterversorgung vor. Aus den rohen Abrechnungsdaten der Praxen ergab sich eine OAK-Verordnungsrate von 53%. Bis zum Kongress werden die adjustierten Abrechnungsdaten vorliegen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 03.07.2013