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Inhalte und Rahmenbedingungen allgemeinärztlicher Hausbesuche. Eine Feasibilitystudie in Vorbereitung auf eine Vollerhebung in Sachsen

 

Projektkennung VfD_12_003082
Laufzeit von 03/2012 bis 11/2012
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Um die Versorgungsrealität im Rahmen von Hausbesuchen zu erfassen, sollen durch eine repräsentative Vollerhebung in Sachsen inhaltliche Aspekte (z.B. patientenberichtete Beratungsanlässe und -ergebnisse) und organisatorische Rahmenbedingungen (z.B. zeitliche Aspekte) untersucht werden. Die Feasibilitystudie prüfte zunächst die methodische Umsetzbarkeit dieses Studiendesigns (Fragebogen, Stichprobe, Rücklauf, Nonresponder) in einem anderen Bundesland. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studie wird das Studiendesign für die Vollerhebung aktuell entwickelt und 2013/2014 in Sachsen realisiert.
Hintergrund / Ziele Hausbesuche (HB) sind elementarer Bestandteil der primärärztlichen Versorgung immobiler, häufig älterer und multimorbider Patienten. Vor dem Hintergrund steigender Anteile (hoch)betagter und multimorbider Altersgruppen in Deutschland und dem drohenden, teils existenten Hausärztemangel stellt sich die Frage, inwieweit die hausärztliche Versorgung immobiler Patienten gewährleistet ist. In Modellprojekten wird bereits die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal zur Versorgung von Patienten im häuslichen Umfeld erprobt. Abgesehen von Analysen der Abrechnungsdaten liegt für Deutschland keine Evidenz hinsichtlich der Versorgungsinhalte allgemeinärztlicher HB vor. Abrechnungsdaten spiegeln aber nur sehr eingeschränkt das hausärztliche Handlungsfeld wider. Um die Versorgungsrealität im Rahmen von HB zu erfassen, sollen durch eine repräsentative Vollerhebung in Sachsen inhaltliche Aspekte (z.B. patientenberichtete Beratungsanlässe und -ergebnisse) und organisatorische Rahmenbedingungen (z.B. zeitliche Aspekte) untersucht werden. Das Ziel der Feasibilitystudie bestand in der Überprüfung der Anwendbarkeit des Studiendesigns und des Erhebungsinstrumentes im Vorfeld zur geplanten Vollerhebung. Außerdem wurden mittels einer Nonresponderanalyse methodisch bedingte oder individuell begründete Hindernisgründe für die Studienteilnahme eruiert, um auch dies in die Planung der Vollerhebung einfließen zu lassen.
Methodik 21 von ca. 92 Lehrpraxen des Bereichs Allgemeinmedizin der Universität Halle dokumentierten die HB einer Kalenderwoche im Studienraum Mai-Juli 2012. Die Dokumentation der HB wurde mit einem Incentive von 3 € pro Fragebogen motiviert. Nach Durchführung der HB-Dokumentation wurden die teilnehmenden Ärzte um die Evaluation der Umsetzbarkeit des Designs und der Handhabbarkeit des Fragebogens gebeten. 20 von 63 nicht an der HB-Dokumentation teilnehmenden Ärzte wurden zu ihren Motiven der Nichtteilnahme telefonisch befragt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 42)
   schriftliche teilstandardisierte Dokumentation der Hausbesuche  (Stichprobengröße: 21)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse Die Studie bestätigte die bekannten Gründe fehlender Zeit und/oder fehlenden Interesses für die Nichtteilnahme an dieser, durch für die Studienteilnehmer erhöhten Dokumentationsaufwand gekennzeichneten, Studie. Die teilnehmenden Hausärzte wiesen ein hohes Interesse an der Thematik oder an Forschung in der Allgemeinmedizin auf. Im Gegensatz zu Ergebnissen anderer Studien (mit vergleichbar hohen Incentives) war der monetäre Incentive nicht entscheidend für die Studienteilnahme der Hausärzte. Die Dokumentation aller HB einer Woche wurde von den Hausärzten grundsätzlich als machbar bewertet. Allerdings ergab sich eine Diskrepanz zwischen dokumentierten und tatsächlich durchgeführten Hausbesuchen der Hausärzte, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst wurde. Am häufigsten wurden Probleme mit dem Einholen der Patienteneinwilligung berichtet. Der Dokumentationsbogen erwies sich hinsichtlich Fragen zu Hausbesuchsinhalten und Patientencharakteristik als gut anwendbar, Fragen zur Zeiterfassung sowie zur Beurteilung der Notwendigkeit des HB müssen überarbeitet werden. Eine im Hinblick auf Repräsentativität der Primärdaten zu diskutierende Frage bleibt: wie können unmündige Patienten praktikabel (ohne großen Aufwand des Einholens der Zustimmung zur Studienteilnahme durch den gesetzlichen Vertreter) in die Studie eingeschlossen werden?

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 01.10.2015