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OPTI - OPTIPPAR: Optimierung der pflegerischen Patientenkontakte

Optippar II – Training zur Kommunikation und Gesprächsführung mit Patienten

 

Projektkennung VfD_OPTI_11_003204
Laufzeit von 01/2011 bis 06/2014
Webseitehttp://www.klinik-muensterland.de
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Hauptfragestellungen, die mit dem Projekt beantwortet werden sollen, sind:
Effekte eines Interaktionstrainings für Pflegende

• Verbessert ein Interaktionstraining die Interaktionsqualität zwischen Pflegenden und Patienten?

• Verbessert ein Interaktionstraining die selbst eingeschätzte soziale und kommunikative Kompetenz der Pflegenden?
Zusammenhang zwischen Interaktionsqualität und Reha-Ergebnissen

• Gibt es einen positiven Zusammenhang zwischen der Interaktionsqualität zwischen Pflegenden und Patienten einerseits und kurz- und langfristigen Gesundheitsergebnissen andererseits?

• Wenn die Qualität der Pflege-Patienten-Interaktion Einfluss auf die Reha-Ergebnisse hat, wie groß ist dieser Einfluss in Relation zum Einfluss der Betreuungsqualität durch andere Berufsgruppen, etwa der Ärzte und Therapeuten?
Hintergrund / Ziele Hintergrund und Ziele des Projektes
Die kommunikativen Aufgaben von Pflegenden in der Rehabilitation sind zahlreich und anspruchsvoll. Dem steht gegenüber, dass ein praktisches Kommunikationstraining nur bedingt Gegenstand der Pflegeausbildung und nur vereinzelt, wenn auch heute vermehrt, der Gegenstand beruflicher Weiterbildungen ist. Ziel des Projektes war es daher, ein Kommunikationstraining zu entwickeln und durchzuführen, das auf den Bedarf von Pflegenden in der Rehabilitation zugeschnitten ist.
Methode und Durchführung
Das Training für Pflegende wurde auf der Grundlage der Ergebnisse und im ersten Projektabschnitt (OptiPPar I) ermittelten Bedarfe entwickelt und durchgeführt. Im Zentrum des Trainings standen die Optimierung des pflegerischen Aufnahmegespräches sowie das Management schwieriger Interaktionen mit Patienten.
Das Training wurde mittels eines sequentiellen Prä-Post-Designs evaluiert. Die primäre Hauptzielgröße der Evaluation war die Bewertung der pflegerischen Aufnahmegespräche durch die Patienten und die Pflegenden. Diese wurden vor und nach dem Training erhoben. Dazu wurde ein Gesprächsbewertungsbogen in zwei Versionen für Pflegende und Patienten entwickelt. Außerdem wurde der Reha-Status der Patienten vor Reha, bei Entlassung und 6 Monate nach Entlassung erhoben, um die kurz- und langfristigen Gesundheitsverbesserungen der Patienten infolge der Rehabilitationsmaßnahme zu erheben und diese mit der Interaktionsqualität in Beziehung zu setzen.
Methodik Methode und Durchführung
Das Training für Pflegende wurde auf der Grundlage der Ergebnisse und im ersten Projektabschnitt (OptiPPar I) ermittelten Bedarfe entwickelt und durchgeführt. 6 stationäre Reha-Einrichtungen nahmen an der Studie teil. Im Zentrum des Trainings standen die Optimierung des pflegerischen Aufnahmegespräches sowie das Management schwieriger Interaktionen mit Patienten.
Das Training wurde mittels eines sequentiellen Prä-Post-Designs evaluiert. Die primäre Hauptzielgröße der Evaluation war die Bewertung der pflegerischen Aufnahmegespräche durch die Patienten und die Pflegenden. Diese wurden vor und nach dem Training erhoben. Dazu wurde ein Gesprächsbewertungsbogen in zwei Versionen für Pflegende und Patienten entwickelt. Außerdem wurde der Reha-Status der Patienten vor Reha, bei Entlassung und 6 Monate nach Entlassung erhoben, um die kurz- und langfristigen Gesundheitsverbesserungen der Patienten infolge der Rehabilitationsmaßnahme zu erheben und diese mit der Interaktionsqualität in Beziehung zu setzen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.300)
Studiendesign Längsschnittstudie
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Fragestellungen
Fragestellung 1: Es wurde geprüft, ob sich die Gesprächsbewertungen von Pflegenden und Rehabilitanden systematisch unterscheiden, und wenn ja, hinsichtlich welcher Aspekte. Hierzu wurden keine Hypothesen formuliert.
Fragestellung 2: Es sollte die Hypothese überprüft werden, dass die Bewertungen der gemeinsamen Aufnahmegespräche durch Pflegende und Patienten nach einem Kommunikationstraining besser ausfallen als die Bewertungen der Gespräche vor dem Training.
Fragestellung 3: Weiterhin sollte die Hypothese überprüft werden, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen den (positiven) Bewertungen der gemeinsamen Aufnahmegespräche durch Patienten einerseits und den kurz- und langfristigen Gesundheitsergebnissen andererseits gibt. Als Gesundheitsergebnisse werden entsprechend dem biopsychosozialen Modell sowohl Verbesserungen somatischer und psychischer Symptome (wie z.B. Schmerzen und Depressivität) als auch der Funktion und Teilhabe (z.B. am Arbeitsleben) angesehen. Die Gesundheitsergebnisse wurden mit zahlreichen Skalen, vor allem aus dem IRES 3 (Indikatoren des Reha-Status; Bührlen et al., 2005) erfasst. Eine Übersicht über die eingesetzten Instrumente und Variablen findet sich in Tabelle 5 im Anhang.
Ergebnisse
Fragestellung 1: Ein Vergleich der Gesprächsbewertungen durch Pflegende und Rehabilitanden ergab, dass Pflegende vor allem Störfaktoren als stärker ausgeprägt bewerten als die Patienten. Insgesamt lagen die Bewertungen beider Gruppen auf einem sehr hohen positiven Niveau, so dass Deckeneffekte vermutet werden können.
Fragestellung 2: Die Bewertungen der gemeinsamen Aufnahmegespräche durch Pflegende und Patienten vor und nach dem Kommunikationstraining unterschieden sich nicht signifikant. Tendenziell fielen die Bewertungen der Pflegenden nach dem Training geringfügig besser aus als vor dem Training, während die Bewertungen der Patienten nach dem Training etwas schlechter wurden. Jedoch konnten diese geringfügigen Unterschiede statistisch nicht abgesichert werden.
Fragestellung 3: Direkte positive Zusammenhänge (Korrelationen) zwischen den Bewertungen der Aufnahmegespräche durch Patienten und den kurz- und langfristigen Gesundheitsergebnissen (Differenzen der Gesundheitsmaße zwischen t1 (Vor Reha) und t2 (Entlassung) bzw. t3 (sechs Monate nach Entlassung) fanden sich nicht: Die Pearson-Korrelationen waren bis auf eine Ausnahme nicht größer als r= 0.10. Jedoch zeigten Vergleiche zweier Patientengruppen, die durch Mediansplit eines Indexes für Gesprächsförderer (aus Items des Gesprächsbewertungsbogens gebildet) gewonnen wurden, dass die Patientengruppe, deren Gesprächsbewertungen im Mittel über dem Median lagen, überlegene Reha-Ergebnisse hinsichtlich der Schmerzhäufigkeit, der Krankheitsbewältigung (Coping), der Selbsteinschätzung der Gesundheit sowie der Handlungsorientierung (nach Misserfolg) und sechs Monate nach Entlassung auch überlegene Reha-Ergebnisse hinsichtlich der Mobilität aufwies. Damit scheint sich ein Einfluss der Gesprächsqualität des Aufnahmegespräches in der Pflege auf die Reha-Ergebnisse zu manifestieren.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 27.05.2015