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PREPARED - Entwicklung eines Programms zur Routineimplementierung der Partizipativen Entscheidungsfindung in der Onkologie

 

Projektkennung VfD_PREPARED_13_003340
Laufzeit von 09/2013 bis 11/2014
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie ist das Thema partizipative Entscheidungsfindung (PEF) aktuell am Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) verankert?
Wie werden Behandlungsentscheidungen im Rahmen der Versorgung am UCCH getroffen? (Wo, wann, wie, von wem?)
Was benötigen die verschiedenen Akteure (Ärzte, Pflege, nicht-ärztliche Behandler, Patienten, Angehörige) zur Umsetzung von PEF?
Hintergrund / Ziele Das primäre Ziel dieser Pilotstudie ist es, ein theoretisch fundiertes und durch eine umfassende Ist- und Bedarfsanalyse empirisch untermauertes spezifisches Implementierungsprogramm für PEF am Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) zu entwickeln und darauf aufbauend ein Studienprotokoll zu erstellen. Hierbei werden alle Akteure in der onkologischen Versorgung einbezogen. Das spezifische Implementierungsprogramm beinhaltet u.a., welche PEF-Interventionselemente (z.B. Ärztetrainings, Patientenschulungen, Entscheidungshilfen) im UCCH wie, wo und mit wem umgesetzt werden könnten. Das Studienprotokoll soll zudem Informationen zu der geplanten Prozess- und Ergebnisevaluation dieser Umsetzung enthalten. Es wird als Grundlage für die systematische Evaluation des Implementierungsprogramms im Rahmen einer Folgestudie genutzt werden.
Methodik Die Studie untergliedert sich in 3 Projektphasen, die alle auf dem Consolidated Framework for Implementation Research, einem theoretischen Rahmenmodell zur Implementierung in der Versorgungsforschung, aufbauen.

In der 1. Projektphase beinhaltet eine Ist-Analyse. Einerseits erfolgt anhand einer Dokumentenanalyse eine Überprüfung der Konzeptverankerung von PEF. Zudem findet zur Analyse der Versorgungswirklichkeit eine teilnehmende Beobachtung statt. Diese Daten werden qualitativ ausgewertet und für die 2. Projektphase genutzt.

In der 2. Projektphase wird mittels Fokusgruppen und Einzelinterviews eine umfassende Bedarfsanalyse durchgeführt. Die gewonnenen Daten werden qualitativ ausgewertet.

In der 3. Projektphase wird aus den Ergebnissen der ersten Phasen ein Programm zur Implementierung von PEF in der onkologischen Versorgung abgeleitet und ein Studienprotokoll erstellt.

Letzteres ermöglicht in einer Folgestudie erstmalig in Deutschland die Implementierung von PEF in die Routineversorgung zu untersuchen.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: k.A.)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: k.A.)
   Beobachtungen  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse In den Qualitätsmanagement-Dokumenten war PEF wenig integriert. Die teilnehmende Beobachtung in Sprechstunden und auf Stationen zeigte, dass Patienten selten in Behandlungsentscheidungen einbezogen wurden. Ein förderlicher Faktor für PEF war der „aktive Patient“, der viele Fragen stellte. Als Barrieren für PEF wurden u.a. wechselnde Behandler und eingeschränkte Teamkommunikation gefunden. In Tumorboards wurde beobachtet, dass Behandlungspräferenzen von Patienten nur selten berücksichtigt wurden. Sechs Fokusgruppen (N=42 Behandler, Patienten und Angehörige) sowie N=17 Interviews mit Personen der Leitungsebene zeigten, dass es u.a. verbesserter Kommunikationsfertigkeiten der Ärzte, eines Kulturwandels in Richtung PEF und besserer Patienteninformation bedarf. Als Interventionen zur Förderung der PEF wurden v.a. Ärzteschulungen, aber auch Patientenschulungen und mehr Entscheidungshilfen gefordert.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 26.04.2016