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Asthma - Kosten der Asthmabehandlung in Deutschland

 

Projektkennung VfD_Asthma_12_003493
Laufzeit von 01/2012 bis 12/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Können Exazerbationen als wesentlicher Kostentreiber in der Behandlung von Asthmapatienten in Deutschland identifiziert werden?

Hintergrund / Ziele Asthma ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu den häufigsten chronischen Volkskrankheiten in Deutschland zählt.
Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO ca. 235 Millionen Menschen von Asthma betroffen. Davon sterben jährlich etwa zehn Prozent an den Folgen der Krankheit. In Deutschland sind ca. 1,5 Mio. Kinder und ca. 3,5 Mio. aller erwachsenen Bürger betroffen. Atemnot durch Asthma, also durch das Auftreten von vermehrter Bildung von Schleim bzw. Ödemen der Bronchialschleimhaut sowie Verkrampfungen der Bronchialmuskulatur, kann chronisch-dauerhaft (persistierend) oder zeitweise (intermittierend) auftreten.

Die Ursachen von Asthma sind derzeit noch nicht vollständig untersucht. Zu den stärksten Risikofaktoren gehören die genetische Veranlagung der Betroffenen sowie Umwelteinflüsse und Allergien. Trotz inzwischen guter Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung in Deutschland stellt die Krankheit für Betroffene eine enorme Belastung dar und kann im Extremfall tödlich verlaufen.

Hauptziel dieses Projekts ist die Abschätzung der mit einer Asthmaexazerbation assoziierten Kosten und des durchschnittlichen zusätzlichen Ressourcenverbrauchs.
Methodik Die Kosten der Asthmabehandlung für die GKV wurden mit Hilfe einer inkrementellen Kostenschätzung analysiert.

In der Studie wurden für eine Stichprobe von 49.668 Patienten mit Asthma und einer alters- und geschlechtsadjustierten Kontrollgruppe von 248.340 Versicherten ohne Asthmadiagnose die Kosten und Leistungsinanspruchnahmen für den Zeitraum 2008 bis 2010 berechnet. Daraus konnten die durchschnittlichen jährlichen Mehrkosten pro Patient abgeleitet werden.

Die Ausprägung der Asthmaerkrankung wurde anhand der verordneten Arzneimittel identifiziert. Bei der Differenzierung nach dem Alter der Patienten wurde untergliedert in jünger als sechs Jahre, sechs bis 18 Jahre oder älter als 18 Jahre.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 298.008)
Studiendesign Querschnittstudie
Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 5 Jahre
von 6 bis 18 Jahre
von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Es konnten über alle Alters- und Geschlechtsgruppen hinweg bedeutend höhere Arzt-, Krankenhaus- und Arzneimittelkosten für Asthma-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt werden. Insgesamt betrugen die durchschnittlichen jährlichen Mehrkosten 753 € pro Patient. Wie erwartet lagen die Mehrkosten für Patienten mit persistierenden Beschwerden höher als für Patienten mit intermittierend auftretendem Asthma. Überraschend war, dass für Frauen über 18 mit intermittierendem Asthma die höchsten jährlichen Mehrkosten von insgesamt 1.208 € im Vergleich zur Kontrollgruppe anfallen.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 09.04.2015