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KRK - Kosten der Darmkrebsbehandlung in Deutschland

 

Projektkennung VfD_KRK_10_003494
Laufzeit von 07/2010 bis 12/2014
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Können Behandlungskosten des kolorektalen Karzinoms anhand von Sekundärdaten der TK abgeschätzt werden, um als Parameter zur Komplementierung eines Kosteneffektivitätsmodells zu dienen?
Hintergrund / Ziele Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. Er tritt meist im Dickdarm (Kolon) oder im Mastdarm (Rektum) auf und wird fachsprachlich auch "kolorektales Karzinom" (KRK) genannt. In Deutschland erkranken jährlich ca. 63.000 Menschen neu an Darmkrebs, von denen etwa. 26.000 an den Folgen der Erkrankung sterben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass 2014 rund 35.500 Männer und 28.400 Frauen neu erkranken werden.

Die Heilungschancen durch Operation und Chemotherapie hängen entscheidend vom Krankheitsstadium ab, in dem der Darmkrebs entdeckt wird. Da Darmkrebs langsam wächst und sich aus Vorstufen (Polypen, Adenome) bildet, gibt es gute Chancen, ihn durch Früherkennung zu verhindern.

Zwei Untersuchungsmethoden werden von den Krankenkassen angeboten: ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl und die Darmspiegelung. Bei einer rein optischen Untersuchung des Darms spricht man von einer Früherkennung. Werden bei einer Darmspiegelung Darmpolypen oder Adenome, die sich zu bösartigen Tumoren entwickeln könnten, entdeckt, werden diese in der Regel direkt entfernt um ein späteres Auftreten einer Krebserkrankung zu erschweren bzw. ganz zu verhindern (Vorsorge).

Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs werden in Deutschland seit mehr als 30 Jahren angeboten, es fehlen jedoch Studien zu deren Kosteneffektivität. Ziel dieser gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) durchgeführten Studie war es daher zunächst, die für eine Kosteneffektivitätsanalyse benötigten Behandlungskosten mit Hilfe von GKV-Abrechnungsdaten zu ermitteln.
Methodik Es wurden zunächst die durchschnittlichen jährlichen Kosten anhand der Ausgaben aus den verschiedenen Sektoren — Krankenhaus, ambulante Behandlung, Arzneimittel — ermittelt. Anschließend wurden die Behandlungskosten von Darmkrebspatienten berechnet und mit denen einer Kontrollgruppe, d. h. Versicherten im gleichen Alter und Geschlecht verglichen, die keine Darmkrebs-Diagnose hatten.

Die Beobachtungsdauer der betrachteten Versicherten (mit oder ohne Darmkrebs) wurde in drei Phasen untergliedert: eine Initialphase, welche die ersten zwölf Monate nach der Diagnose betrifft, eine Zwischenphase und eine Finalphase, welche die letzten zwölf Monate vor dem Tod umfasst. Für jede der drei Behandlungsphasen wurden die Kosten jeweils separat ermittelt. Die Mehrkosten, also die Differenzen zwischen den jeweiligen Beträgen bei Fällen und Kontrollen, sind die geschätzten jährlichen Behandlungskosten für Darmkrebspatienten.

Auf Basis dieser Schätzungen wird in einem nächsten Schritt ein Simulationsmodell zur Einschätzung von Einspareffekten durch eine Früherkennung des KRK entwickelt.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 76.752)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Für die Initialphase wurden die Kosten von 12.792 Erkrankten mit 63.960 bzgl. Alter und Geschlecht ähnlichen Nicht-Erkrankten verglichen. In der Zwischenphase waren es 5.280 bzw. 26.400 und in der Finalphase 3.779 bzw. 18.895 Patienten bzw. Versicherte.

Die durchschnittlichen jährlichen Mehrkosten pro Darmkrebspatient betrugen 25.942 € in der Initialphase, 2.295 € in der Zwischenphase und 51.678 € in der Finalphase, der sogenannten End-of-life-Phase.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.08.2015