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ADHS_Kosten - Indikationsspezifische Behandlungskosten von ADHS in Deutschland

 

Projektkennung VfD_ADHS_Kosten_11_003497
Laufzeit von 03/2011 bis 12/2013
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie hoch sind die Kosten für die Behandlung von ADHS-Patienten aus Perspektive der GKV?
Hintergrund / Ziele Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Sowohl die Anzahl der Patienten als auch die der Verordnungen, um diese Krankheit zu behandeln, ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Das Ziel dieser Studie war, die Kosten zur Behandlung von ADHS-Patienten aus der Perspektive einer großen Krankenkasse in Deutschland zu analysieren.
Methodik Für dieses Projekt hat das WINEG in Kooperation mit der Leibniz-Universität Hannover und der Universität Bielefeld die Daten von über 30.000 ADHS-Patienten zwischen sechs und 18 Jahren, die bei der Techniker Krankenkasse in den Jahren 2006 bis 2008 versichert waren, ausgewertet.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: 181.584)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 6 bis 18 Jahre
Ergebnisse Die größten Ausgabeposten in der Behandlung von ADHS-Kindern sind mit 44 Prozent Verhaltenstherapie und Heilmittel wie zum Beispiel Ergotherapie. Pro Jahr und Patient werden dafür durchschnittlich 1.704 Euro ausgegeben.

Nach den Therapien folgen die Ausgaben für ambulante Behandlung (22%) und die stationäre Versorgung (21%). Für die Arzneimittel belaufen sich die durchschnittlichen Kosten pro Jahr und Kopf auf 483 Euro (12% der Gesamtausgaben).

Die Studie ergab außerdem: Kinder mit ADHS leiden überdurchschnittlich häufig an Begleiterkrankungen, was mit höheren Ausgaben im stationären und ambulanten Bereich verbunden ist. So haben Schüler mit ADHS zum Beispiel 15 Mal häufiger als nicht betroffene Kinder mit Lernstörungen zu kämpfen. Depressive Phasen treten bei ihnen rund fünf Mal häufiger auf. Auch das Verletzungsrisiko ist höher, da ein lebhaftes ADHS-Kind impulsiv ist und mehr tobt und es so zum Beispiel auch schneller zu Unfällen kommt.

Insgesamt belaufen sich die Ausgaben pro ADHS-Patient und Jahr auf 3.888 Euro. Der Vergleich zu einer alters- und geschlechtsgleichen Kontrollgruppe zeigt: Die Kassen geben für einen Patienten mit ADHS pro Jahr 2.902 Euro mehr aus als für ein Kind ohne die Diagnose.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.08.2015