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MRSA - Kosten für Antibiotika-resistente Infektionen

Prävalenz- und Kostenanalysen auf Basis von GKV-Routinedaten

 

Projektkennung VfD_MRSA_11_003508
Laufzeit von 01/2011 bis 12/2016
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welchen Beitrag können GKV-Routinedaten für ein Monitoring von Infektionen durch multiresistente Erreger (MRE) leisten?
Hintergrund / Ziele Multiresistente Erreger (MRE) stellen ein ernstzunehmendes Problem erheblichen Ausmaßes für den Gesundheitssektor dar. Patienten mit MRE- induzierten Infektionen verursachen immense zusätzliche Behandlungskosten von rund 20.500 € pro Versichertem und Jahr. Aufgrund des derzeit genutzten pauschalen Abrechnungs- bzw. Dokumentationssystems besteht ein erheblicher Mangel an Informationstransparenz.

Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichen Empfehlungen zur Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beinhalten eine sog. Vermutungsregelung, d.h. bei ihrer Einhaltung wird vermutet, dass der Stand der medizinischen Wissenschaft beachtet worden ist. Im Fall der Abweichung muss dafür eine wissenschaftliche Begründung gegeben werden, was z.B. bei Haftungsfragen zugrunde gelegt wird.

Im Rahmen gesetzlicher Neuerungen strebt der Gesetzgeber 2011 eine bundesweite Verbesserung der Hygienequalität in medizinischen Einrichtungen sowie der Informationstransparenz an. Viele konkrete Fragen über die allgemeine Meldepflicht für Infektionen mit MRE oder über den standardisierten Austausch von Infektionsdokumentationen zwischen medizinischer Einrichtung und Gesundheitsbehörde bleiben jedoch weiterhin offen.

Regionale, sektorübergreifende Netzwerke schaffen die Basis, Maßnahmen gezielt im Team anzugehen und können auf diese Weise nachhaltige, für ihre Region zugeschnittene Lösungen entwickeln. Unter diesen Gesichtspunkten bildete sich auch das Projekt HICARE in Mecklenburg-Vorpommern heraus. Das Projekt verfolgt das Ziel, Interventionsstrategien gegen die Ausbreitung von MRE zu entwickeln. Krankenkassen leisten durch ihre Mitwirkung einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsqualität.
Methodik Im April 2011 hat das Wissenschaftliche Institut (WINEG) der Techniker Krankenkasse (TK) die Anzahl stationärer Fälle analysiert, um nicht dokumentierte Infektionen mit multiresistenten Erregern zu quantifizieren. Auf der Basis von Daten, die die Charité in Berlin zur Verfügung gestellt hat, wurde die erwartete (Primärdaten-) Prävalenz an Infektionen mit multiresistenten Erregern auf alle TK-Versicherten projiziert und mit der über OPS-Codes registrierten (Sekundärdaten-)Prävalenz von 7,8 Millionen TK-Versicherten verglichen.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die Prävalenz von Versicherten mit dokumentierten MRE hat sich innerhalb von 5 Jahren nahezu verdreifacht.

Die Kosten und der zu erwartende Kostenanstieg sind dramatisch.

Mit Einschränkungen (ICD, DRG) erlauben die Routinedaten eine standardisierte Betrachtung der Krankenhäuser.

Prinzipiell eignen sich nosokomiale MRE-Fälle als Qualitätsindikatoren für Selektivverträge.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.08.2015