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KRQB - Krebsregisterbasierte Qualitätsberichte zu Brust- und Prostatakrebs

Machbarkeitsstudie

 

Projektkennung VfD_KRQB_14_003512
Laufzeit von 10/2014 bis 09/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die zugrundeliegende Hypothese ist, dass Daten klinischer Krebsregister geeignet sind, den Informationsbedarf von Patienten/-innen mit Brust- oder Prostatakrebs bezüglich der Auswahl einer Gesundheitseinrichtung sowie Therapieentscheidung zu unterstützen. Diese müssen jedoch durch Daten aus systematischen Patienten- und Einweiserbefragungen ergänzt werden, um den Informationsbedarf der Patienten/innen besser zu decken.
Die wichtigsten Fragestellungen für die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geförderte erste Projektephase sind:
1) Welche Daten liegen einheitlich in beiden kooperierenden Krebsregistern (Land Brandenburg, Regensburg) zu Patienten/-innen mit Brust- bzw. Prostatakrebs vor?
2) Welche einrichtungsbezogenen Qualitätsindikatoren können aus diesen Daten abgeleitet werden, um Betroffene bei der Krankenhauswahl zu unterstützen (Patienten und Einweiser)?
3) Ist die Darstellung der Qualitätsindikatoren in aggregierter Form (einrichtungsübergreifend oder über mehrere Erfassungszeiträume; Scorebildung) aussagekräftiger bzw. geeigneter, um Betroffene bei der Krankenhauswahl zu unterstützen (Patienten und Einweiser)?
4) Ist die Abfassung und adressatengerechte Darstellung der in klinischen Krebsregistern regelhaft enthaltenen Qualitätsinformationen in einem regionalen, einrichtungsbezogenen Qualitätsbericht zur Unterstützung der Krankenhauswahl (Patienten und Einweiser) möglich?
5) Ergänzen Angaben aus systematischen Patienten- und Einweiserbefragungen die Qualitätsinformation in den Qualitätsberichten sinnvoll?
In der zweiten Projektphase sollen entsprechende Qualitätsberichte erstellt, in Fokusgruppen diskutiert und in einer Stichprobe von Betroffenen und Einweisern getestet werden.
Hintergrund / Ziele National und international deutet eine Vielzahl an Untersuchungen darauf hin, dass sich die Qualität der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebsleiden in Abhängigkeit von der jeweils aufgesuchten Behandlungseinrichtung unterscheidet. Für diejenigen Patienten, die ihre Entscheidung für eine Behandlung in einer bestimmten Versorgungseinrichtung insbesondere von der zu erwartenden Qualität der Versorgung abhängig machen möchten, ist es wichtig, vorab Informationen zur Behandlungsqualität einzelner Einrichtungen einholen zu können. Jedoch sind die bisherigen Aktivitäten im Bereich der Transparenz der Versorgungsqualität in Deutschland nicht für eine qualitätsorientierte Auswahlentscheidung geeignet. Hier sind vor allem die gesetzlichen Qualitätsberichte zu nennen, bei denen bislang nur wenige, von Patientinnen und Patienten kaum interpretierbare klinische Daten zur Versorgungsqualität erfasst und einrichtungsbezogen berichtet werden. Zudem mangelt es an Berichten zu den Erfahrungen ehemaliger Patienten sowie einweisender Ärzte mit den jeweiligen Behandlungseinrichtungen. Das im Januar 2013 vom Bundestag beschlossene Krebsfrüherkennungs- und –registergesetz (KFRG) hat die Herstellung von Versorgungstransparenz zur gesetzlichen Aufgabe klinischer Krebsregister gemacht. Klinische Krebsregister sind demnach gesetzlich u.a. dazu verpflichtet, die notwendigen Daten zur Herstellung von Versorgungstransparenz und zu Zwecken der Versorgungsforschung bereitzustellen.
Diese Studie zielt langfristig auf die Entwicklung und Erprobung eines regionalen und einrichtungsbezogenen Berichtsinstruments für Patientinnen und Patienten sowie für Einweiser über die Qualität von Behandlungseinrichtungen auf der Basis der Daten der klinischen Krebsregister. Die tatsächliche Eignung der Daten aus den klinischen Krebsregistern sowie die mögliche Notwendigkeit, diese durch Angaben aus Patienten- und Einweiserbefragungen zu ergänzen, um überhaupt ein solches adressatengerechtes Berichtsinstrument zu erstellen, werden in einer zweiphasigen Studie untersucht.
Methodik Im Rahmen einer querschnittlichen Beobachtungsstudie werden einrichtungsbezogene Daten aus den beteiligten Tumorzentren (Land Brandenburg und Regensburg) bereitgestellt. Ziel ist die Vollerfassung aller Brust- und Prostatakrebspatienten/-innen, die in den Jahren 2008-2012 in den stationären bzw. entsprechend onkologisch spezialisierten ambulanten Versorgungseinrichtungen der Tumorzentren behandelt wurden. Anhand dieser Daten werden risikoadjustierte Qualitätsindikatoren berechnet (Median; 95%-Konfidenzintervall), ggf. inklusive einer Scorebildung sowie eines räumlichen bzw. zeitlichen Aggregierens der Daten.
Zeitgleich werden Stichproben von betroffenen Patienten und Einweiser schriftlich postalisch mit validierten Instrumenten zu ihren Erfahrungen mit der Qualität in den Versorgungseinrichtungen befragt. Angestrebt ist es, mindestens 50 Patienten- und 10 Einweiserfragebögen pro stationärer und je 10 pro ambulanter onkologischer Einrichtung in den Studienregionen auszuwerten. Die Patienten und Einweiser werden über die klinischen Krebsregister rekrutiert. Bei den Patienten findet eine Zufallsziehung unter den Patienten aus 2013 statt, die Einweiser werden auf der Basis ihrer Zuweisungsraten ausgewählt.
Auf der Basis der anhand der klinischen Krebsregisterdaten sinnvoll einrichtungsbezogen berechenbaren Qualitätsindikatoren und der zur Verfügung stehenden Zusatzinformation aus den Patienten- und Einweiserbefragungen wird eine Einschätzung abgegeben, ob das langfristige Ziel der adressatengerechten Qualitätsberichte auf dieser Basis zum Zwecke der Auswahlentscheidung für eine Versorgungseinrichtung tatsächlich umsetzbar ist.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 8.000)
Sekundärdaten
   klinische Krebsregister  (Stichprobengröße: 60.000)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 23.09.2014