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Kinderreha-Versorgungsstudie - Kinderreha-Versorgungsstudie

Evaluation der Prozess- und Ergebnisqualität in der Kinderreha-Hilfsmittelversorgung durch die Nutzung des rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogen

 

Projektkennung VfD_Kinderreha-Verso_13_003590
Laufzeit von 01/2013 bis 05/2015
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Das Ziel der wissenschaftlichen Begleitforschung ist,
1)zu evaluieren, ob mit dem Einsatz des rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogens (BEB) die intendierten Verbesserungen in der Hilfsmittelversorgung von Kindern und Jugendlichen erreicht werden können (siehe 1.1) (Studienteil A: Evaluation).
2) die Versorgungsrealität und -qualität in der Hilfsmittelversorgung von TK-Versicherten Kindern und Jugendlichen adäquat zu erfassen und zu beschreiben (Studienteil B: Versorgungsstudie).
Hintergrund / Ziele Die Techniker Krankenkasse (TK) hat mit dem 1. Januar 2012 die verpflichtende Nutzung des rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogens für Leistungserbringer in der Hilfsmittelversorgung von Kindern und Jugendlichen eingeführt. Damit muss jeglicher Hilfsmittelversorgung ein Assessment mit dem rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogen zugrunde liegen. Hierdurch wird angestrebt, dass die Hilfsmittelversorgung der TK-versicherten Kinder und Jugendlichen optimiert wird. Zentrale Parameter sind dabei die Verbesserung der prozessbezogenen Qualität, d.h. die Optimierung der Abläufe in der Hilfsmittelversorgung, und der ergebnisbezogenen Qualität, d.h. der Qualität der Hilfsmittelversorgung, die damit letztlich zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation des Kindes/des Jugendlichen sowie seiner/ihrer Chancen zur Teilhabe beiträgt.

Der rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogen (BEB) wurde durch die Internationale Fördergemeinschaft Kinder- und Jugend-Rehabilitation e.V. entwickelt, mit dem Ziel ein einheitliches Assessment für die Verordnung von Hilfsmitteln zu ermöglichen und die Grundlage für die Leistungserbringer in der Hilfsmittelversorgung zu verbessern (http://www.rehakind.com/). Hintergrund hierfür waren Erfahrungen in der Hilfsmittelversorgung, die folgende Probleme zeigten:
1) zu geringe Kooperation zwischen den an der Hilfsmittelversorgung beteiligten Berufsgruppen und Leistungserbringern,
2) suboptimale Bedarfserhebungen, die zu einer Fehlversorgung bei der Versorgung mit Hilfsmitteln beitragen,
3) unzureichende Dokumentation und
4) aus Fehlbehandlung resultierende Folgeprobleme (Essener Appell zur Kinderreha 2008, http://www.rehakind.com/).

Der BEB umfasst einen Statusbogen sowie diverse Bögen für die einzelnen Produktgruppen und stützt sich auf das Gross Motor Function Classification System (GMFCS). Dies ermöglicht eine komplexe Einschätzung des jeweiligen Hilfebedarfs des Kindes/Jugendlichen und schafft für alle Beteiligten Transparenz. Der rehaKIND-Bedarfsermittlungsbogen wird bereits an verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendmedizin eingesetzt (http://www.rehakind.com/).

Insgesamt betrachtet, gibt es nur wenige Analysen, die sich einerseits mit der Qualität der Hilfsmittelversorgung (Produktgruppen-übergreifend) bei Kindern und Jugendlichen unter Alltagsbedingungen befassen bzw. andererseits die Evaluation eines neuen Assessmentin-struments in der Regelversorgung durchführen. Entsprechende wissenschaftliche Studien liegen für Deutschland nicht vor. Damit können derzeit keine repräsentativen Aussagen zum Bedarf, zur Bedarfsdeckung und zur Zufriedenheit mit der Hilfsmittelversorgung von Kindern und Jugendlichen getroffen werden.
Methodik Neben der Auswertung von Routinedaten der TK, erfolgte eine qualitative Experten und Expertinnenbefragung. Im Rahmen von 57 leitfadengestützter Interviews wurden zwischen Juni 2013 und März 2014 Experten/innen aus den Bereichen medizinische Versorgung (Ärzte, Physio-, Ergotherapie, Pflege), Kostenträger (privat, gesetzl.), Leistungserbringer (Hersteller, Händler) Schulen und Kindergärten, Eltern sowie Akteure aus weiteren Bereichen befragt. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde eine quantitative Versichertenbefragung von TK-Versicherten Eltern durchgeführt.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 784)
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 65)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 20 Jahre
Ergebnisse Die Ergebnisse zeigen, wie komplex die Hilfsmittelversorgung in Deutschland ist und wie viele Akteure an der Hilfsmittelversorgung beteiligt sind bzw. sein sollten. Ein Großteil der befragten Eltern war mit der letzten Hilfsmittelversorgung ihres Kindes „sehr zufrieden“ (36,1 %) bzw. „zufrieden“ (51,7 %). Obgleich das Niveau der in Deutschland eingesetzten Hilfsmittel von den Experten/-innen als hoch bzw. sehr hoch eingeschätzt wird, differiert die Benotung der Qualität der Versorgung erheblich und weist auch deutlich negative Bewertungen auf. Eltern und Experten/-innen stimmen darin überein, dass Eltern als „Manager“ des Versorgungsprozesses eine zentrale Rolle zukommt und es gleichzeitig bei Eltern durch die Versorgungskomplexität und die Vielzahl der Beteiligten zu Verunsicherungen und Abstimmungsprobleme kommt. Partizipative und kooperative Ansätze in der Versorgung erhalten durch die Inklusion eine zunehmende Bedeutung.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 30.04.2015