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Umgang mit (potenziell) hirntoten Patienten. Konzepterstellung auf der Basis von Erkenntnissen wie Pflegende, Ärzte und Angehörige die Situation erleben

 

Projektkennung VfD_16_003710
Laufzeit von 01/2016 bis 06/2018
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) 1. Abschnitt: Wie erleben Intensivpflegende und Intensivmediziner die Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten bis zur Organtransplantation und/oder dem Abstellen der Geräte? Wie erleben die Angehörigen des Patienten diese Situation?
2. Abschnitt: Wie kann ein Konzept (Handlungsempfehlung) aussehen, um den Bedürfnissen der verschiedenen Akteure in diesem Prozess optimal gerecht zu werden?
Hintergrund / Ziele Um die Lebensqualität zu verbessern, besteht für Patienten, die an einem chronischem Organversagen leiden, als häufig letzte Therapieoption eine Organtransplantation [1]. Diese wird in Deutschland durch das Transplantationsgesetz von 1997 geregelt [2]. Bei der postmortalen Organspende muss die Diagnose des Hirntodes, „der irreversibel erloschenen Funktion des gesamten Gehirns“ gestellt sein [3].
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat 2011 in Deutschland untersucht, wie "Einstellung, Wissen und Verhalten von Pflegekräften zur Organ- und Gewebespende" ist [4]. In dieser Befragung haben 30% der Pflegenden angegeben, dass es eine Belastung ist einen hirntoten Menschen zu betreuen. Mit "manchmal" wurde es von 52% der Pflegenden angegeben [4].
2014 wurde eine Forschung mit der Fragestellung "Wie erleben Intensivpflegekräfte die Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten während der Hirntoddiagnostik und der ggf. darauf folgenden organprotektiven Therapie bis zur Explantation?"[5] durchgeführt. In dieser wurden Phänomene, die bislang in der Literatur nicht dargestellt waren, identifiziert.
Unter anderem wurde beschrieben: im Behandlungsteam eine mangelnde Kommunikation; der Eindruck, von zu wenig verabreichten Analgetika; dieses Sterben ist ein anderer Abschied; die Situation, wenn die Geräte abgestellt werden [5].
Zusätzlich muss das Erleben dieser Situationen, die Betreuung von (potenziell) hirntoten Patienten, aus Sicht der behandelten Ärzten und den Angehörigen der (potenziell) hirntoten Patienten berücksichtigt werden, damit die Situation vollständig dargestellt wird.

Ziel ist, die drei Hauptakteure aus diesem Prozess (Pflegende, Ärzte und Angehörige) nach dem Erleben in der Betreuung/Begleitung von (potenziell) hirntoten Patienten zu befragen. Mit den Ergebnissen kann eine Handlungsempfehlung erstellt und die Arbeitsabläufe optimiert werden.
Methodik 1. Abschnitt: Es werden episodische Interviews mit Pflegenden und Ärzten von Intensivstationen, die bereits hirntote Patienten betreut haben und Angehörigen von hirntoten Patienten durchgeführt und die gewonnenen Daten auf der Basis der Interpretativen Phänomenologie nach Benner ausgewertet.

2. Abschnitt: Die Ergebnisse dienen als Grundlage zur Erstellung einer Handlungsempfehlung. Diese wird im Rahmen einer Gruppendiskussion mit Ärzten, Pflegenden von Intensivstationen und Mitarbeitern des ärztlichen und pflegerischen Managements erstellt.
Die Handlungsempfehlung wird anschließend zwei Angehörigen, die an den Interviews zur Datenerhebung teilgenommen hatten vorgestellt und um eine Rückmeldung gebeten.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 30)
Studiendesign Qualitative Studie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 19.06.2017