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BOHEME epi - Verhältnis altersbedingter Erkrankungen der Knochen- und Blutbildung - eine sekundärdatenbasierte Kohortenstudie.

 

Projektkennung VfD_BOHEME_epi_16_003728
Laufzeit von 04/2016 bis 06/2016
Status des Projekts laufend
GesamtprojektInteraction of Bone and Hematopoiesis in the Elderly - The BoHeme Study
ProjektkuerzelBoHeme

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie häufig treten Osteoporose sowie aplastische Anämie, MDS und AML im AOK PLUS Kollektiv in den Altersgruppen ab 60 Jahre auf?
Wie unterscheiden sich die Häufigkeiten von Osteoporose, aplastischer Anämie, MDS und AML zwischen den Geschlechtern?
Wie hoch ist die jährliche Prävalenz von Osteoporose, aplastischer Anämie, MDS und AML und wie verändert sich diese im Beobachtungszeitraum?
Wie hoch ist die jährliche Inzidenz von Osteoporose, aplastische Anämie, MDS und AML und wie verändert sich diese im Zeitverlauf?
Wie hoch ist das Risiko bei Personen ab 60 Jahren an Osteoporose, aplastischer Anämie, MDS und AML zu erkranken und welchen Einfluss haben eine Vorerkrankung, das Geschlecht und die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens daran?
Wie ist der zeitliche Zusammenhang im Auftreten von Osteoporose sowie aplastischer Anämie, MDS und AML?
Hintergrund / Ziele Eine der am häufigsten auftretenden altersassoziierten Erkrankungen ist die Osteoporose, bei der es infolge einer massiven Reduzierung der Knochenmasse oftmals zu Frakturen kommt. 2010 waren 27.5 Millionen Menschen in der EU davon betroffen (22 Millionen Frauen und 5,5 Millionen Männer). Mit zunehmendem Alter steigt die Prävalenz an.
Eine ebenfalls bei älteren Patienten häufig diagnostizierte Störung ist eine verminderte Hämoglobin-Konzentration im Blut, die sogenannte Anämie, die insbesondere bei älteren Patienten sehr häufig mit einem myelodysplastischen Syndrom (MDS), einer AML bzw. einer aplastischen Anämie (AA) assoziiert ist. Die jährliche Inzidenz der MDS wird auf 2-12 Fälle pro 100.000 Erwachsene bzw. 30 pro 100.000 Erwachsene über 70 Jahre geschätzt. Pro Jahr wird bei 3 von 100.000 Personen eine AML neu diagnostiziert, die aplastische Anämie tritt 1,5-mal auf eine Million Personen neu auf.
Bislang ist unklar, inwiefern ein möglicher Zusammenhang zwischen den Pathogenesen beider Entitäten besteht. Es wurde bereits beschrieben, dass bis zu 50 % der Anämien mit unklarer Genese auf eine gestörte Interaktion zwischen alternden Knochen und Blutbildung zurückzuführen sind. Das legt eine essentielle Bedeutung des Zusammenspiels von Knochen und Hämatopoese innerhalb der osteo-hämatopoetischen Nische nahe, in welcher die Vorläufer für sowohl Blut- als auch Knochenzellen gebildet werden. Die altersbedingte Osteoporose und
deren Beziehung zum Krankheitsbild der Anämie bzw. malignen Bluterkrankungen ist bisher nicht systematisch untersucht worden. Diese Studie untersucht daher die Gemeinsamkeiten und möglichweise parallelen Verläufe dieser altersbedingten Krankheiten mittels einer retrospektiven Kohortenstudie. Dabei bilden Sekundärdaten der AOK PLUS, welche im Rahmen der medizinischen Versorgung von gesetzlich Versicherten in Sachsen routinemäßig im Abrechnungsprozess erhoben werden, die Grundlage der Auswertung. Die Daten stehen für die Jahre 2005 bis 2014 faktisch anonymisiert zur Verfügung.

Die primären Studienziele sind:

• Die Beschreibung von Häufigkeit und Verteilung von Osteoporose sowie aplastischer Anämie, MDS und AML (im Folgenden: Knochen- und Blutbildungserkrankungen) bei Versicherten der AOK PLUS im Alter ≥ 60 Jahre

• Die Beschreibung und Analyse eines möglichen zeitlichen Zusammenhangs zwischen den beiden Alterserkrankungen
Methodik Grundlage bilden die ambulanten Verordnungs- und Abrechnungsdaten und die stationären Abrechnungsdaten der sächsischen AOK PLUS Patienten aus den Jahren 2005 – 2014 (stationär 2008-2014). Die Daten liegen in faktisch anonymisierter Form vor und umfassen neben soziodemographischen Eckdaten Diagnose-, Rezept-, Leistungs- und Überweisungsdaten sowie Angaben zur medizinischen Fachgruppe der Leistungserbringer. Durch kontinuierliche Erfassung der Daten kann einem Informationsbias auf Seite der Patienten weitestgehend vorgebeugt werden.
Die Identifikation von Fällen mit Knochen- und Blutbildungserkrankungen erfolgt über erkrankungsspezifische Alogrithmen, welche auf Diagnosen (ICD-10), abgerechneten Leistungen (OPS-Codes/EBM-Ziffern), verordneten Medikamente (ATC-Codes) und behandelnden Facharztgruppen basieren.

Statistische Analysen werden mit den Statistikprogrammen Stata, R und KNIME durchgeführt. Es erfolgt die Berechnung der jährlichen kumulativen altersstandardisierten Inzidenz sowie der 12-Monats-Prävalenzen der o.g. Knochen- und Blutbildungserkrankungen. Um Assoziationen zwischen altersbedingten Knochen- und Blutbildungserkrankungen zu ermitteln, wird eine Querschnittsanalyse über den Zeitraum 2005 bis 2014 unter Verwendung eines logistischen Regressionsmodelles durchgeführt. Hierbei wird für den Einfluss von Alter, Geschlecht, maligner Komorbidität und Inanspruchnahme des Gesundheitssystems kontrolliert. Da das Auftreten der einen Erkrankung den Übergang in die andere begünstigten könnte, werden Überlebenszeitenanalysen mit Kaplan-Meier und Nelsen-Aalen Schätzer generiert und ereignisanalytische parametrische Regressionsanalysen durchgeführt. Dabei wird sowohl der Übergang von Knochen- in Blutbildungserkrankungen als auch der Übergang von Blutbildungs- in Knochenerkrankungen untersucht. Die Robustheit der Ergebnisse wird in entsprechenden Sensitivitätsanalysen überprüft.
Die Sekundärdatenanalyse wird gemäß Guter Epidemiologischer Praxis und Guter Praxis Sekundärdatenanalyse durchgeführt.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 60 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 07.04.2016