[Zurück zur Trefferliste]

Stress-Index anhand ambulanter Routine-Versorgungsdaten zur Erklärung des Inanspruchnahmeverhaltens

 

Projektkennung VfD_13_003784
Laufzeit von 01/2013, fortlaufend
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Stress bzw. psychische Belastungen und die assoziierte körperliche Symptomatik erhöhen den subjektiven Bedarf eines Patienten und beeinflussen dessen quantitative Inanspruchnahme ambulanter vertragsärztlicher Versorgungsleistungen.
Hintergrund / Ziele Die aktuell laufende Arbeit untersucht die Möglichkeit, aufgrund von ICD-10 Codes aus ambulanten Versorgungs-Routinedaten die psychologische Belastung und das individuelle Stresserleben von Patienten deutschlandweit in einem Index zusammenzufassen, der die Inanspruchnahme vorhersagt.
Methodik Auf Basis theoretischer Überlegungen und der Diskussion mit Experten wurden circa 300 organische und psychische Diagnosen ausgewählt, die mit psychischer Belastung verbunden sind (verbreitete Erkrankungen mit geringem Schweregrad).

Die Stressdiagnosen wurden in 20 bis 22 Stress-Kategorien gegliedert (z.B. Rückenschmerz, Magen-Darm-Beschwerden, Somatoforme Störungen, Psychosomatische Hauterkrankungen, etc.). An jeden Patienten wurde ein Stress-Level vergeben (entsprechend der Zahl der betroffenen Kategorien).

Der Stressindex wurde an einer Stichprobe (10%) der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aller gesetzlich Krankenversicherten für 2011 getestet.
- Die individuelle Stress-Ausprägung und die individuelle Inanspruchnahme wurden in einer Regressionsanalyse aufeinander bezogen.
- Die Stress-Diagnosen und Stress-Kategorien wurden einzeln und zusammen getestet (Interaktionen).
- Die interne Konsistenz und externe Validität des Stress-Index wurden geprüft.
- Der Index wurde für Kinder und Erwachsen unterschiedlich berechnet (entsprechend der Stressauswirkung in der Versorgungsrealität und Literatur).

Basierend auf den vertragsärztlichen Abrechnungsdaten wurde die so operationalisierte individuelle Stress-Ausprägung aller gesetzlich Krankenversicherten, die 2011 einen über das KV-System abrechnenden Arzt in Anspruch nahmen, bestimmt.
Datenbasis Sekundärdaten
Studiendesign Querschnittstudie
Längsschnittstudie
Fall-Kontroll-Studie
Literaturarbeit
   Systematische Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse Der Stress-Level ist mit der Anzahl aller gesicherten Diagnosen (ohne Stress) sowie mit dem Leistungsbedarf, der Anzahl der Fälle, der Anzahl der Praxen und den Behandlungstagen korreliert. Die Inanspruchnahme steigt um circa 35% bei Erhöhung des Stress-Levels um eine Einheit (Semi-Elastizität). Am stärksten steigt die Inanspruchnahme von Fachärzten.

Die Test-Ergebnisse weisen auf die interne Konsistenz und externe Validität des Stress-Index hin. Eine begrenzte Auswahl an Krankheiten (die Stress-Diagnosen umfassen 7% der gesamten Diagnosen) ist ein wertvoller Prädiktor für die gesamte Inanspruchnahme.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 12.10.2016