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CCS THOS - CCS Telehealth Ostsachsen: Infrastrukturprojekt inklusive Bestandsaufnahme zur Telemedizin

Einsatz, Bedarfe und Barrieren aus der Sicht von Ärzten, Klinikleitungen und Krankenkassen in Sachsen

 

Projektkennung VfD_CCS_THOS_14_003799
Laufzeit von 03/2014 bis 06/2015
Status des Projekts abgeschlossen
GesamtprojektCCS Telehealth Ostsachsen
ProjektkuerzelCCS THOS

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) In welchem Umfang setzen Ärzte, Kliniken und Krankenkassen in Sachsen aktuell Telemedizin-Anwendungen ein? Wie verteilt sich der Einsatz auf den ambulanten
bzw. stationären Sektor und auf verschiedene medizinische
Fachgebiete/Indikationen?
In welchem Umfang planen die genannten Akteure des Gesundheitswesens in
Sachsen einen künftigen Einsatz von Telemedizin-Anwendungen? Wie verteilt sich der geplante Einsatz auf verschiedene medizinische Fachgebiete/Indikationen?
In welchen medizinischen Fachgebieten/zu welchen Indikationen identifizieren Ärzte, Klinikleitungen und Krankenkassen in Sachsen einen ungedeckten Bedarf an Telemedizin-Anwendungen?
Welche Faktoren sehen Ärzte, Klinikleitungen und Krankenkassen in Sachsen als besonders hemmend für eine (weiterführende) Implementierung telemedizinischer Anwendungen an? Welche Maßnahmen werden als geeignet betrachtet, bestehende Implementierungsbarrieren zu überwinden?
Hintergrund / Ziele Telemedizinische Anwendungen ergänzen die medizinische Versorgung zunehmend, sind jedoch deutschlandweit in unterschiedlichem Maße etabliert. In einigen Teilbereichen, wie beispielsweise der Radiologie, sind sie bereits weit verbreitet, in anderen Bereichen hingegen befinden sie sich noch in der Modellphase. An aussagekräftigen Erhebungen zur Inanspruchnahme und zum Bedarf an Telemedizin (TM) sowie zu den Nutzungsmotiven und -barrieren mangelt es aktuell.

Zwischen März 2014 und Juni 2015 wurde von Carus Consilium Sachsen und T-Systems International das telemedizinische Infrastrukturprojekt CCS-Telehealth Ostsachsen" (CCS THOS) durchgeführt (Förderung aus dem Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der EU und Landesmitteln des Freistaates Sachsen). CCS THOS verfolgte das Ziel, eine offene IT-Plattform für telemedizinische Anwendungen in der Region Ostsachsen zu schaffen.
Im Rahmen der medizinischen Qualitätssicherung/Evaluation des Projektes CCS THOS, über die hier berichtet wird, wurde erstmalig eine landesweite Bedarfs- und Inanspruchnahmeanalyse zu telemedizinischen Versorgungsangeboten in Sachsen durchgeführt. Zielstellung war die Erfassung der aktuellen sowie geplanten Nutzung telemedizinischer Anwendungen sowie die Ermittlung ungedeckter Bedarfe sowie wahrgenommener Nutzungsbarrieren aus der Sicht von sächsischen Ärzten,
Klinikleitungen sowie Krankenkassenvertretern.
Methodik Die Ärzte-und Klinikleiterperspektive wurde jeweils per quantitativer Befragung erhoben (postalisch), wohingegen die Sichtweise von Krankenkassenvertretern mittels qualitativer Interviews (telefonisch oder persönlich) erfasst wurde.

Ärztebefragung: 700 zufällig ausgewählte Ärzte in Sachsen erhielten einen teilstandardisierten Fragebogen (nach Landkreis, Behandlungssetting und Arztgruppe geschichtete Zufallsziehung; vollständige Liste aller in Sachsen praktizierenden Ärzte wurde bereitgestellt durch die Sächsische Landesärztekammer)

Befragung von Klinikleitungen: Die kaufmännische und medizinische Leitung jedes sächsischen Krankenhauses (Vollerhebung, N=170) erhielt einen teilstandardisierten Fragebogen (vollständige Liste aller Krankenhäuser in Sachsen war verfügbar unter www.krankenhausregister-sachsen.de). Reine Rehabilitationskliniken (ohne angeschlossenes Fachkrankenhaus) waren ausgeschlossen.

Krankenkassenvertreter: Ziel war, Vertreter der in Sachsen marktanteilsstärksten gesetzlichen und privaten Krankenkassen per Leitfadeninterview zu befragen. Sieben Krankenkassen wurden kontaktiert und um die Benennung eines für die Thematik Telemedizin zuständigen Interviewpartners gebeten.

Die Auswertung der quantitativen Befragungen erfolgte mittels SPSS. Die
Auswertung qualitativer Interviews war orientiert an der strukturierten Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: k.A.)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: k.A.)
   Interview (telefonisch)  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse Telemedizin ist in sächsischen Kliniken weit verbreitet, in der ambulanten Versorgung nur teilweise. Arzt-zu-Arzt-Anwendungen werden deutlich häufiger eingesetzt als Arzt-Patient-Anwendungen. Am häufigsten wird Telemedizin derzeit in der Radiologie und Akut-Versorgung von Schlaganfall-Patienten eingesetzt.

Die Planung künftiger Anwendungen ist eher verhalten angesichts existierender Barrieren. Etwa 10 % der Ärzte, 30 % der Kliniken und 2 der 5 Krankenkassen planten die künftige Implementierung von (weiteren) Telemedizin-Anwendungen. Implementierungsbarrieren werden von den Befragtengruppen unterschiedlich gewichtet. Ärzte sehen in mangelnder Vergütung telemedizinischer Leistungen das größte Hindernis, Klinikleitungen in offenen Fragen bezüglich Datenschutz/Datensicherheit. Krankenkassenvertreter heben die Bedeutsamkeit von hohen Investitions-/Betriebskosten als Barriere hervor.

Ein ungedeckter Bedarf an telemedizinischer Versorgung in Sachsen besteht für Ärzte vor allem im Fachgebiet Kardiologie, gefolgt von Chirurgie/Orthopädie; für Klinikleitungen im Bereich Neurologie, gefolgt von Onkologie.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 22.12.2016