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Krankheitslast und Versorgungssituation bei Menschen mit Sarkomerkrankungen -eine sekundärdatenbasierte Kohortenstudie

 

Projektkennung VfD_17_003812
Laufzeit von 01/2017 bis 12/2017
Status des Projekts laufend
GesamtprojektBurden and medical care of sarcoma in Germany: Nationwide cohort study focusing on modifiable determinants of Patient-Reported Outcome measures in Sarcoma patients
ProjektkuerzelPROSA

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Die Ziele dieser Studie sind einerseits, die Versorgungswege und -struktur von Sarkompatienten in Sachsen interdisziplinär und sektorenübergreifend abzubilden, die Leistungsinanspruchnahme darzustellen und die Krankheitslast zu beschreiben. Darüber hinaus soll die Wirksamkeit der Versorgung durch die Analyse von Progression und Überleben unter Berücksichtigung relevanter patienten-, erkrankungs-, therapie- und arztspezifischer Faktoren analysiert werden. Anhand der Resultate können Versorgungsdefizite aufgedeckt und mögliche Schnittstellenproblematiken innerhalb der Versorgung erkannt werden. Derartige Evidenz ist wichtig, um zukünftig die Versorgung von an Sarkomen erkrankten Personen adäquat und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.
Da es sich um ein aufeinander aufbauendes exploratives Vorgehen handelt, liegen dieser Studie keine zu überprüfenden Hypothesen zugrunde. Folgend werden die einzelnen zu analysierenden Fragestellungen aufgeführt, welche gleichermaßen für die Entitäten Weichteilsarkom sowie des Knorpel- und Knochensarkom beantwortet werden. Außer die Schätzung der Prävalenz werden alle Analysen mit der Grundgesamtheit der identifizierten inzidenten Sarkompatienten durchgeführt.
Hintergrund / Ziele Bei Sarkomen handelt es sich um eine histologisch heterogene und bösartige Tumorentität, die etwa 1% aller Krebserkrankungen bei Erwachsenen abbildet. Sarkome können in sämtlichen Körperregionen auftreten. Aufgrund ihrer Seltenheit und histopathologischen Heterogenität gestaltet sich die präzise Quantifizierung der Erkrankungslast schwierig. Die größten Gruppen der Sarkome bilden Weichteilsarkome mit circa 83% und die Knorpel- und Knochentumore mit etwa 16%. Laut einer Studie basierend auf klinischen Krebsregisterdaten in Europa wird die Inzidenz für Weichteilsarkome auf 4,9/100.000 sowie für Knorpel- und Knochensarkome auf 0,8/100.000 Personen geschätzt. In beiden Gruppen wird das relative Überleben über 5 Jahre auf etwa 60% geschätzt. Auch Trautmann et al. untersuchten Inzidenz und Überleben bei den beiden größten Sarkomgruppen an Hand von Sekundärdaten in Sachsen. Dabei fanden sie heraus, dass die altersstandardisierte kumulative Inzidenz für Weichteilsarkome bei 4,5 pro 100.000 Personen sowie die relativen 1- und 5-Jahres-Überlebensraten bei 87,8% und 66,4% liegen. Bei Knochen- und Knorpelsarkomen beträgt die altersstandardisierte kumulative Inzidenz 2,1 pro 100.000 Personen sowie die relativen 1- und 5-Jahres-Überlebensraten 91,8% und 52,9%. Eine weitere Studie von Trautmann et al. erforschte das Risiko für Komorbiditäten bei Sarkompatienten im Vergleich zu krebsfreien Kontrollen. Patienten mit Weichteilsarkom sind signifikant stärker von Komorbiditäten wie Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen oder Angststörungen betroffen. In deutschen Krebsregistern werden Sarkomerkrankungen nach betroffenen Organen erfasst. Dies ist auch bei Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung der Fall. Der Unterschied ist jedoch, dass Registerdaten keine detaillierten Informationen zu Diagnostik und Therapie, Arzneimittelverordnungen, an der Behandlung beteiligte Akteure sowie Komorbiditäten darstellen. Aus diesem Grund rücken Sekundärdaten als potenzielle Datenquelle in der Versorgungsforschung immer weiter in den Vordergrund. Sie sind frei von Recall- und Informationsbias und ermöglichen longitudinale Untersuchungen. Da diese Daten zu Abrechnungszwecken gesammelt werden, sind sie vollständig und eignen sich hervorragend für die Erforschung von derartigen seltenen Erkrankungen wie Sarkomen. Krankheitslast und Epidemiologie wurden bereits erforscht, aber ausführliche Informationen zur Versorgungssituation und den umfassenden Versorgungswegen von Sarkompatienten in Sachsen sind begrenzt oder fehlen bislang. Das Hauptziel dieser Studie ist, insbesondere die unterschiedlichen Versorgungswege und Leistungsinanspruchnahmen von Personen mit Sarkomerkrankungen ganzheitlich darzustellen sowie die Wirksamkeit der Versorgung an Hand von Überlebensraten zu untersuchen. Weiterhin soll die Krankheitslast anhand von Inzidenz und Prävalenz abgeschätzt werden, damit ein einheitliches Bild zu dieser Erkrankung entsteht. Zur Quantifizierung des zukünftigen Versorgungsbedarfs und zum Aufbau eines optimal funktionierenden Versorgungssystems werden verlässliche Antworten auf epidemiologische und versorgungsrelevante Fragestellungen dringend benötigt.
Methodik Neben deskriptiven Analysen werden auch multivariate Regressionsmodelle verwendet, um die Forschungsfragen zu beantworten.

Deskriptive Analysen
Es erfolgt eine ausführliche Darstellung von soziodemografischen und krankheitsspezifischen Determinanten in Abhängigkeit von Altersgruppen und Geschlecht. Dazu gehören unter anderem die Beschreibung der Inanspruchnahme-Prävalenz, Inanspruchnahme-Inzidenz, absolute und relative Überlebensrate, Angabe von Neben- und Folgeerkrankungen sowie eine Schweregradeinteilung der Sarkomerkrankung. Des Weiteren werden verschiedene Indikatoren der Leistungserbringer und Leistungsinanspruchnahme ausgewertet, so dass daraus eine umfassende ganzheitliche Darstellung der Versorgungsstruktur und -wege resultiert. Spezifische diagnostische und therapeutische Maßnahmen, deren Reihenfolge sowie die Kooperation aller am Behandlungsprozess beteiligten Leistungserbringer werden in deskriptiven Flussdiagrammen dargestellt. Auch die definierten Endpunkte zur Untersuchung der Wirksamkeit der Versorgung werden vor der Durchführung weiterführender Analysen deskriptiv ausgewertet.

Weiterführende Analysen
In weiteren Analysen soll die Wirksamkeit der Versorgung modelliert werden. Zur Analyse des Gesamtüberlebens wird ein Überlebenszeitmodell berechnet. Unter Anwendung eines logistischen Regressionsmodelles werden entsprechende Risiken für das Eintreten von postoperativen Komplikationen und Fernmetastasen modelliert. Für alle drei Modelle erfolgt eine Adjustierung nach Determinanten der Soziodemografie, der Morbidität, der Leistungserbringer und Leistungsinanspruchnahme.
Datenbasis Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Längsschnittstudie
Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 24.03.2017