[Zurück zur Trefferliste]

RisKomp - Gesundheitskompetenz von Risikopersonen

Von der Information zum Handeln

 

Projektkennung VfD_RisKomp_16_003819
Laufzeit von 01/2016 bis 12/2018
Webseitehttp://www.ceres.uni-koeln.de/forschung/projekte/riskomp/
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Bedeutung hat die Gesundheitskompetenz im Umgang mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Erkrankung und für den Krankheitsverlauf? Welche Faktoren sind von Einfluss auf die Gesundheitskompetenz im Umgang mit einem erhöhten Krankheitsrisiko?
Welche Kommunikationskonzepte erweisen sich als zielführend für unterschiedliche klinische Anwendungsbereiche sowie für verschiedene involvierte Personengruppen (Kontextsensitivität)?
Welches sind nachhaltige und effiziente Strukturen zur Unterstützung individueller Gesundheitskompetenz sowie eines gesundheitskompetenten Umfelds?
Hintergrund / Ziele Hintergrund: Aufgrund des wachsenden Erkenntnisstands und des technischen Fortschritts auf dem Gebiet der prädiktiven Diagnostik lassen sich immer genauere und frühzeitigere Aussagen über individuelle Erkrankungsrisiken treffen. Verstärkt wird dieser Trend durch die Entwicklung holistischer Ansätze der Früherkennung wie z.B. der systemmedizinischen Risikoprofilanalysen. Individualisierte Risikoprofile versprechen immer zuverlässigere Vorhersagen zu Wahrscheinlichkeiten des Ausbruchs und Verlaufs zukünftiger Krankheiten und ermöglichen die Entwicklung immer früher ansetzender Präventionsangebote.
Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko wie auch Leistungserbringer sind aufgrund dieser Entwicklungen mit einer stetig zunehmenden Menge an komplexen Informationen und sich hieraus ergebenden Handlungsmöglichkeiten konfrontiert. Die Betroffenen müssen diese kennen, verstehen, bewerten und nachhaltig umzusetzen wissen. Hierdurch werden besondere Anforderungen an die Gesundheitskompetenz im Sinne individueller Fähigkeiten wie auch eines gesundheitskompetenten Umfelds gestellt. Systematische Erkenntnisse hinsichtlich der Rolle der Gesundheitskompetenz bei Menschen mit (potenziell) erhöhtem Krankheitsrisiko fehlen jedoch bisher.

Zielsetzung: Das vorliegende Projekt richtet sich an Menschen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Erkrankung oder einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Übergeordnetes Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz dieser Personen in unterschiedlichen medizinischen Bereichen besser zu verstehen, konzeptionell aufzuarbeiten und für die Gesundheitsversorgung fruchtbar zu machen. Spezifische Zielsetzungen sind (1) die Identifizierung von Einflussfaktoren auf die Gesundheitskompetenz im Umgang mit einem erhöhten Krankheitsrisiko; (2) die Entwicklung integrativer und kontextsensitiver Kommunikationskonzepte unter Einbeziehung der betroffenen Personen sowie unterschiedlicher Berufsgruppen; und (3) der Aufbau von Strukturen zur nachhaltigen und effizienten Unterstützung individueller sowie systemischer Gesundheitskompetenz.
Methodik Das Projekt ist entlang der ersten drei Phasen des Modells zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen (Theoriebildung, Modellierung, exploratorische Studien) konzipiert und sieht ein mehrstufiges multimethodisches Forschungsdesign vor. Anhand ausgewählter Krankheitsbilder aus der Onkologie, Kardiologie, Psychiatrie und Neuropsychiatrie soll der gesamte Weg vom Zugang zu risikobezogenen Gesundheitsinformationen über deren Verständnis und Bewertung bis hin zur Entscheidung und deren Umsetzung in gesundheitsbezogenes Handeln analysiert werden. Durch einen interdisziplinären wissenschaftlichen Ansatz finden unterschiedliche Perspektiven auf Gesundheitskompetenz Berücksichtigung; im intensiven Forschungs-Praxis-Dialog sollen relevante Akteur*innen aus der Gesundheits- und gesundheitsnahen Versorgung kontinuierlich in den Forschungsprozess eingebunden werden.
In der ersten Projektphase wurden Systematic Reviews zur Gesundheitskompetenz bei Personen mit erhöhtem Risiko in den vier klinischen Anwendungsbereichen durchgeführt. Hierauf aufbauend folgen qualitative Erhebungen mittels narrativer Interviews, Gruppendiskussionen und ethnographischer Feldbeobachtung. Auf dieser Grundlage sollen ein modular aufgebautes Instrumentarium zur Erfassung von Gesundheitskompetenz entwickelt und ein langfristiger Datenpool zur Gesundheitskompetenz von Risikopersonen aufgebaut werden. Perspektivisch ist die Entwicklung und Evaluation maßgeschneiderter Interventionen in Kooperation mit den Praxispartnern geplant.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: k.A.)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: k.A.)
   Beobachtungen  (Stichprobengröße: k.A.)
Sekundärdaten
   Niedergelassene Ärzte  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie
Literaturarbeit
   Systematische Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Erste Ergebnisse der Systematic Reviews zeigen deutliche Unterschiede im Erkenntnisstand zur Gesundheitskompetenz für die vier exemplarischen Krankheitsbilder, sowohl in quantitativer (Trefferzahlen) als auch in qualitativer Hinsicht (Krankheitskonzepte, ätiologische Erklärungsmodelle, Definition von Risikokriterien, Operationalisierung von Gesundheitskompetenz).

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 19.04.2017