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Entwicklung eines ICF Core Sets für geriatrische Patienten in der Primärversorgung

 

Projektkennung VfD_17_003833
Laufzeit von 02/2017 bis 02/2020
Webseitehttp://www.propricare.de
Status des Projekts laufend
GesamtprojektIdentifikation von Überversorgung und Wege zur Verhinderung unnötiger Medizin in der Primärversorgung
ProjektkuerzelPRO PRICARE

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Was sind relevante Kategorien der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zur Erfassung von Aktivitäten, Partizipation und Ressourcen von älteren und hochbetagten Patienten?
Hintergrund / Ziele Aufgrund des demografischen Wandels, zunehmenden medizintechnischen Fortschritts und dem Vorherrschen einer krankheitsorientierten Medizin, nimmt die Überversorgung gerade bei den über 75-jährigen Patienten zu. Eine Priorisierung medizinischer Maßnahmen wird unvermeidlich. Das Kriterium für die notwendige Unterscheidung zwischen nützlich und weniger nützlich könnte die jeweilige Effektstärke einzelner Maßnahmen auf Erhalt oder Wiedergewinn von Funktionalität sein. Ein geeignetes Instrument zur Beschreibung von Funktionalität ist die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF). Diese ist, aufgrund ihrer Komplexität, unter Ärzten jedoch kaum verbreitet. Daher werden dringend ICF Core Sets (Listen mit ausgewählten Kategorien, die für bestimmte Patientengruppen relevant sind) benötigt.

Ziel ist es, ein ICF Core Set für alte und hochbetagte Patienten unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven (Forscher, Experten, Patienten) zu entwickeln. Dieses Core Set dient der Erfassung von Aktivitäten, Teilhabe am sozialen Leben und Ressourcen von alten und hochbetagten Menschen und wird für die Anwendung in der Hausarztpraxis entwickelt. Es soll dazu beitragen, den Untersuchungsfokus auf die Förderung von Patientenressourcen zu verlagern. Zudem können Auswirkungen der Medizin auf patientenbezogenen Outcomes überprüft und nützliche von unnützen medizinischen Interventionen unterschieden werden. Langfristig soll das medizinische Denken und Handeln zu einer den Bedürfnissen der Menschen gerechteren Versorgung führen. Es wird angenommen, dass eine solche patientenorientierte Medizin einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Überversorgung bei älteren Menschen leisten kann.
Methodik Entsprechend den Empfehlungen zur Core Set Entwicklung von Selb et al. (2015) werden in vier Teilprojekten die relevanten Kategorien aus verschiedenen Perspektiven erfasst: 1) Anfertigung einer systematische Übersichtsarbeit zur Erfassung der Forscherperspektive, 2) Durchführung von Interviews und Fokusgruppen mit alten und hochbetagten Patienten, 3) Onlinebefragung von Experten aus dem Gesundheitsbereich, 4) Erhebung des objektiven Gesundheitszustands durch verschiedene validierte Assessmentinstrumente in einer empirischen multizentrischen Studie (Perspektive der klinischen Praxis). Jedes Teilprojekt endet mit der Erstellung eines vorläufigen Core Sets. Es ist ein Nachfolgeprojekt geplant, um die vier vorläufigen Core Sets in einem internationalen Diskussions- und Konsensus-Prozess zu einem umfassenden Core Set zusammenzufassen und anschließend zu implementieren.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung online  (Stichprobengröße: 50)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 25)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 25)
Studiendesign Querschnittstudie
Literaturarbeit
   Systematische Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 75 bis 100 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 20.04.2017