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RECALL - Analyse und Minimierung von Verzerrungen bei der Messung des patientenrelevanten Nutzens - Quantifizierung des Recall Bias

 

Projektkennung VfD_RECALL_16_003837
Laufzeit von 10/2016 bis 09/2018
Status des Projekts laufend
GesamtprojektZentrumsförderung HCHE

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Inwieweit stimmt die prospektive Erhebung der Lebensqualität (tägliche Erhebung in Bezug auf den jeweiligen Tag, gemittelt über einen vierwöchigen Erhebungszeitraum) mit der retrospektiven Erhebung der Lebensqualität (einmalige Erhebung in Bezug auf die vergangenen vier Wochen) überein? Der Forschungsfrage liegt die Hypothese zugrunde, dass bei einer täglichen Erhebung die Lebensqualität nur in sehr geringem Ausmaß durch den Recall Bias verzerrt wird, die Verzerrung bei einer rückblickenden Beurteilung der letzten vier Wochen aber einen stärkeren Einfluss auf die Einschätzung der Lebensqualität hat.
Hintergrund / Ziele Die Validität von Fragebögen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) und weiterführend auch die Validität von Kosten-Nutzwert-Analysen (für diese werden u.a. auch Messergebnisse der HRQoL einbezogen) hängen maßgeblich von der Genauigkeit der HRQoL-Messung ab. Diese Messungen können systematischen Verzerrungen, wie etwa dem Recall Bias, unterliegen. Ergebnisse einer Befragung können durch den Recall Bias verzerrt sein, wenn Probanden sich nicht hinreichend an eine in der Vergangenheit liegende Situation erinnern können. In diesem Forschungsvorhaben soll die Analyse des Recall Bias basierend auf dem SF-12 erfolgen, einem der gebräuchlichsten Instrumente zur Erfassung der HRQoL. Die Mehrzahl der Items des SF-12 basiert auf einer Einschätzung der HRQoL im Hinblick auf die vergangenen vier Wochen. Bisher ist unklar, inwieweit Patienten bei der Beantwortung des Fragebogens tatsächlich die gesamten letzten vier Wochen mit in die Beurteilung einbeziehen und welchen Einfluss demzufolge der Recall Bias hat. Beispielhaft sollen Patienten mit Multipler Sklerose und Patienten mit Psoriasis in die Studie eingeschlossen werden. Bei beiden Diagnosen handelt es sich um chronische Erkrankungen, die mit einer starken Beeinträchtigung der HRQoL einhergehen.
Methodik Es wird eine longitudinale Beobachtungsstudie (nicht-interventionelle Methodenstudie) durchgeführt. Insgesamt sollen die Daten von N=100 (50 Patienten mit Multipler Sklerose, 50 Patienten mit Psoriasis) ausgewertet werden. Probanden werden über einen Zeitraum von vier Wochen mittels einer Onlinebefragung zu ihrer Lebensqualität befragt: a) täglich in Bezug auf den jeweiligen Tag; b) wöchentlich in Bezug auf die letzten sieben Tage; c) nach vier Wochen in Bezug auf die vergangenen 28 Tage. Als Befragungsgrundlage dient der SF-12, ein standardisierter Fragebogen zur Erhebung der HRQoL. Um den Recall Bias zu quantifizieren, wird die Übereinstimmung der retrospektiven Erhebung (28 Tage) mit dem gemittelten Wert der täglichen Erhebung überprüft. Die Übereinstimmung wird mittels eines Bland-Altmann-Plots dargestellt, indem auch die 95%-Übereinstimmungsgrenzen mit Konfidenzintervallen angegeben werden. Zusätzlich wird der Intra-Class-Korrelationskoeffizient (ICC) berechnet.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung online  (Stichprobengröße: 100)
Studiendesign Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 05.05.2017