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ANKER - Analyse und Minimierung von Verzerrungen bei der Messung des patientenrelevanten Nutzens - Quantifizierung von Response Shift

 

Projektkennung VfD_ANKER_16_003838
Laufzeit von 10/2016 bis 09/2018
Status des Projekts laufend
GesamtprojektZentrumsförderung HCHE

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Inwieweit beeinflusst Response Shift die Messung von gesundheitsbezogener Lebensqualität (HRQoL)?
Hintergrund / Ziele Die Validität von Fragebögen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) und weiterführend auch die Validität von Kosten-Nutzwert-Analysen (für diese werden u.a. auch Messergebnisse der HRQoL einbezogen) hängen maßgeblich von der Genauigkeit der HRQoL-Messung ab. Diese Messungen können systematischen Verzerrungen, wie etwa dem Response Shift unterliegen. Von Response Shift spricht man, wenn ein Proband im Laufe der Zeit sein Werteverständnis bzw. den Bezugsrahmen zum Konstrukt Lebensqualität verändert. Das hat zur Folge, dass die beobachtbare Veränderung der HRQoL (Ergebnisse einer Patientenbefragung) nicht mit dessen tatsächlicher Veränderung übereinstimmt. Demzufolge gilt es zu differenzieren, ob die unterschiedliche Einschätzung der HRQoL zu mehreren Zeitpunkten in der tatsächlichen Veränderung der HRQoL begründet liegt oder ob der Proband sein Werteverständnis bzw. seinen Bezugsrahmen zur HRQoL verändert hat und die Veränderung damit auch oder ausschließlich durch Response Shift erklärt wird. Um Response Shift zu identifizieren, zu quantifizieren und von anderen Verzerrungen abzugrenzen, könnten Anker-Vignetten eingesetzt werden. Anker-Vignetten sind Fallbeispiele oder kurze Beschreibungen fiktiver Personen, die von Probanden zum Beispiel im Hinblick auf ihre HRQoL eingeschätzt werden. In dieser Studie soll untersucht werden, inwieweit Response Shift das Antwortverhalten im Laufe der Zeit beeinflusst. Hierzu bewerten Probanden identische Anker-Vignetten jeweils zu zwei Zeitpunkten im Abstand von drei bis sechs Monaten. Anschließend wird die Übereinstimmung der Bewertungen zu beiden Zeitpunkten statistisch überprüft. Response Shift soll beispielhaft für Patienten mit Multipler Sklerose und Patienten mit Psoriasis anhand des SF-12 (standardisiertes Instrument zur Erfassung der HRQoL) eingeschätzt werden. Bei beiden Diagnosen handelt es sich um chronische Erkrankungen, die mit einer starken Beeinträchtigung der HRQoL einhergehen.
Methodik Es wird eine longitudinale Beobachtungsstudie (nicht-interventionelle Methodenstudie) durchgeführt. Insgesamt sollen die Daten von N=68 (34 Patienten mit Multipler Sklerose, 34 Patienten mit Psoriasis) ausgewertet werden. Probanden werden zu zwei Zeitpunkten im Abstand von drei bis sechs Monaten zum Interview eingeladen. Neben der Einschätzung der eigenen HRQoL werden Probanden zu beiden Zeitpunkten gebeten identische Anker-Vignetten auf den Antwortskalen des SF-12 einzuschätzen und ihre Einschätzung zu begründen. Die Anker-Vignetten wurden zuvor in einem mehrstufigen Prozess mit Patientenbeteiligung entwickelt und im interdisziplinären Team konsentiert. Um statistisch zu überprüfen, inwieweit sich die Einschätzung identischer Anker-Vignetten zu beiden Interviewzeitpunkten unterscheidet, wird pro Proband und Item eine Differenz gebildet, die in einer gemittelten Differenz zusammengefasst wird. Begründungen zur Einschätzung von Anker-Vignetten werden vor dem Hintergrund des Response Shifts qualitativ ausgewertet.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 100)
Studiendesign Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 05.05.2017