[Zurück zur Trefferliste]

MAU-PD - Multidimensionale Analyse der Ursachen für die niedrige Prävalenz der ambulanten Peritonealdialyse in Deutschland

 

Projektkennung VfD_MAU-PD_17_003843
Laufzeit von 05/2017 bis 04/2020
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche Faktoren sind ursächlich dafür, dass in Deutschland so wenige terminal niereninsuffiziente Patienten mittels Peritonealdialyse (PD) dialysieren im Vergleich zur Hämodialyse (HD)? Welche Rolle spielen hierbei die verschiedenen Akteure (Patienten, Ärzte, Pflegepersonal, Kassen etc.)?
Hierzu: Analyse der aktuellen Versorgungssituation von chronisch nierenkranken (CKD) Patienten:
i) regionale Analyse in Bezug auf die Dialysemodalität (PD vs. HD),
ii) Analyse medizinischer und organisationaler Einflussfaktoren,
iii) Kostenanalyse,
iv) Identifikation und quantitative Analyse der Einflussfaktoren, welche die Entscheidung für bzw. gegen eines der beiden Dialyseverfahren (HD vs. PD) beeinflussen.
Die Verfahrensentscheidung
wird beeinflusst durch (Hypothesen):
H1: Patientenseitige Einflussfaktoren (z.B. Informiertheit, Alter)
H2: Anbieterseitige Einflussfaktoren (z.B. Ausbildung, Erfahrung, Praxisstrukturen)
H3: Pflegekraftseitige Einflussfaktoren (z.B. Ausbildung, Erfahrung)
Hintergrund / Ziele Die symptomatische Therapie bei Nierenversagen ist die Dialyse. Zu den Nierenersatzverfahren zählen die Hämodialyse (HD), ein extrakorporales Verfahren, welches fast ausschließlich in Dialysezentren durchgeführt wird, und die Peritonealdialyse (PD), ein Verfahren, welches meist im häuslichen Umfeld von den Patienten selbst durchgeführt werden kann. Entsprechend der Angaben im Jahresbericht zur Qualitätssicherung in der Dialyse betrug die Anzahl ständiger GKV Dialysepatienten für 2014 ca. 71.000 (ca. 13.000 neue Dialysepatienten jährlich), wovon aktuell 5,4 Prozent zu den PD-Patienten und 93,9 Prozent zu den HD-Patienten zu zählen sind. Für die Mehrheit der Dialysepatienten stellt die PD eine mögliche Therapieoption dar und laut Qualitätsvereinbarung gemäß §135 Abs. 2 SGB V sollten Verfahren, die im häuslichen Umfeld durchgeführt werden können, vorrangig durchgeführt werden. Obwohl für die Durchführung einer PD-Behandlung nur wenige absolute Kontraindikationen existieren und die Mortalität bei beiden Verfahren etwa gleich hoch ist, kommt die PD, die den Patienten ein zeitlich selbstbestimmteres Leben und mehr Lebensqualität ermöglicht in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern selten zur Anwendung.
Welche Faktoren ursächlich sind für die Unterrepräsentation der PD und welche Rolle die verschiedenen Akteure (Patienten, Ärzte, Pflegepersonal, Kassen etc.) hier spielen, ist für Deutschland bisher nicht umfassend untersucht worden. Genau diese Wissenslücke soll mit dem beantragten Projekt geschlossen werden. Projektziele sind die Darstellung der aktuellen Versorgungssituation von Dialysepatienten auf regionaler Ebene, die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Kosten und Kostenarten (HD vs. PD), sowie die Identifikation und das Gegenüberstellen der Einflussfaktoren, die die Entscheidung für bzw. gegen die PD beeinflussen.
Methodik Um die Versorgungssituation von Dialyse-Patienten in Deutschland, sowohl regional als auch ökonomisch zu betrachten, wird eine Sekundärdaten-basierte Analyse der Versorgungssituation durchgeführt. Datenbasis stellen die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten gemäß §295 SGB V (ZI), sowie die Qualitätssicherungsdaten des KfH (QiN) und die GKV-Daten zweier kooperierender Krankenkassen dar. Hinzukommen im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes qualitative Einzelinterviews mit Patienten und Fokusgruppen mit Nephrologen und Pflegekräften sowie quantitative Befragungen (standardisiert postalische). Anhand der qualitativen und quantitativen Daten dieser Akteure werden mögliche Einflussfaktoren in der Erbringung der PD identifiziert und quantitativ ihre Verbreitung und Relevanz analysiert. Regressionsanalysen werden durchgeführt um den Einfluss der arzt-, pflege- und patientenseitigen Einflussfaktoren auf die abhängigen Variablen PD ja/nein und Einstellung zur PD zu erheben.
Datenbasis Primärdaten
   Einzelinterviews Patienten  (Stichprobengröße: 12)
   Fokusgruppen Nephrologen  (Stichprobengröße: 16)
   Fokusgruppen PD-Pflege  (Stichprobengröße: 16)
   Patienten-Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 2.250)
   Ärzte-Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 1.200)
   Pflege-Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 1.200)
Sekundärdaten
   Krankenkassen - GKV  (Stichprobengröße: k.A.)
   KV-Abrechnungsdaten  (Stichprobengröße: k.A.)
   QiN (KfH)- Qualitätssicherungsdaten  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Querschnittstudie

Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 08.06.2017