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EMANet - Berliner Netzwerk für Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin

 

Projektkennung VfD_EMANet_16_003850
Laufzeit von 12/2016 bis 11/2019
Webseitehttp://www.emanet.charite.de
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Notaufnahmen sind eine bedeutsame Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Untersucht wird die Gesundheitsversorgung multimorbider Patientinnen und Patienten, die sich mit akuten Beschwerden in einer Notaufnahme vorstellen. Ziel ist ein umfassendes Abbild der gesundheitlichen Versorgung von Notfallpatienten, das alle Bereiche des Gesundheitswesens umfasst und die Patientenperspektive einbezieht. Erforscht werden exemplarisch die Versorgungsverläufe von Notaufnahmepatientinnen und -patienten mit a) Atemwegserkrankungen, b) Oberschenkelhalsfrakturen oder c) kardialen Erkrankungen mit möglichen psychischen Komorbiditäten vor und nach der Nutzung einer der acht Notaufnahmen des Bezirks Mitte von Berlin.
Hintergrund / Ziele Die Notaufnahmenutzung und die Aufenthaltsdauer bis zur stationären Aufnahme oder Rückkehr in die Häuslichkeit steigen seit Jahren stetig an. Dazu trägt der Anteil an Patientinnen und Patienten, die einen akut-, aber nicht notfallmedizinischen Behandlungsbedarf haben, maßgeblich bei. Mit dem demografischen Wandel wächst die Bevölkerungsgruppe alter und multimorbider Menschen, von denen viele mit komplexen medizinischen und psychosozialen Problematiken ebenfalls die Notaufnahme als Erstanlaufstelle ihres medizinischen Versorgungsbedarfs nutzen. Das aus beiden Versorgungstendenzen resultierende Crowding in Notaufnahmen ist ein Symptom für Versorgungslücken im primären, sekundären und tertiären Versorgungssektor.
Mit der Erforschung der Versorgungsverläufe in einer Netzwerkstruktur sollen Patientenbedarfe erhoben und den derzeitigen Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens gegenübergestellt werden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen Interventionen entwickelt werden, die eine patientenorientierte Anpassung und Optimierung des Ressourceneinsatzes des Gesundheitswesens ermöglichen. Langfristiges Ziel ist eine sektorenübergreifende, am tatsächlichen Patientenbedarf orientierte Anpassung der Versorgungsstrukturen.
Methodik In den 8 Notaufnahmen des Bezirks Mitte von Berlin werden insgesamt ca. 1.650 Patientinnen und Patienten durch Study Nurses face-to-face standardisiert zu ihrer Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgungseinrichtungen, ihrem gesundheitlichen Zustand und dem Grund des akuten Notaufnahmebesuchs befragt. Eine telefonische Nachbefragung wird 3 bis 6 Monate nach dem Indexaufenthalt in der Notaufnahme folgen.

Ca. 120 Patientinnen und Patienten werden zusätzliche qualitativ (persönlich und leitfadengestützt) zu ihren Erwartungen an und Erfahrungen mit gesundheitlicher Versorgung befragt. Mit qualitativen Interviews sowie durch Fokusgruppen werden von ca. 120 professionell Tätigen in den teilnehmenden Notaufnahmen die Sichtweisen auf Patientenerwartungen sowie Versorgungsmöglichkeiten erfasst.
Eine Sekundärdatenanalyse von ca. 27000 Patientinnen und Patienten soll aus den Krankenhausinformationssystemen der teilnehmenden Notaufnahmen/Krankenhäusern erfolgen. Abgefragt werden demographische Informationen, Leitsymptome bei Aufnahme, Vital- und Laborparameter, Prozesszeiten und Entlassdiagnosen von Patienten, die die Einschlusskriterien anhand ICD-10 Codes für die Primärdatenerhebung erfüllen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung telefonisch  (Stichprobengröße: 1.650)
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 1.650)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 60)
Sekundärdaten
   Krankenhäuser  (Stichprobengröße: 27.000)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Kohortenstudie (retrospektiv)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 110 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 08.06.2017