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AFibACS - Antithrombotische Therapie bei Patienten mit Vorhofflimmern und akutem koronaren Syndrom: Behandlungsrealität und Entscheidungsdeterminanten - eine Datenanalyse im Rahmen des Berliner Herzinfarktregisters -

 

Projektkennung VfD_AFibACS_01_001555
Laufzeit von 04/2001 bis 09/2012
Webseitehttp://www.herzinfarktregister.de
Status des Projekts abgeschlossen
GesamtprojektBerliner Herzinfarktregister e.V.
ProjektkuerzelBHIR

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche spezifische gerinnungshemmende und antithrombozytäre Therapie wird derzeit bei Patienten mit Vorhofflimmern und akutem koronaren Syndrom in Berlin zur Vermeidung von Schlaganfällen und Reinfarkten eingesetzt?
Wie wird sich die Behandlungspraxis durch Einführung von Alternativpräparaten zur Standardtherapie von Vorhofflimmern 2011/2012 verändern.
Hintergrund / Ziele Patienten mit Vorhofflimmern, die notfallmäßig bei akutem koronaren Syndrom infolge einer koronaren Herzerkrankung mit einem Stent versorgt werden müssen, stellen eine Problemgruppe dar. Diese Patienten müssen neben der oralen Antikoagulation zur Vermeidung von Schlaganfällen wegen des bestehenden Vorhofflimmerns zusätzlich mittels einer sogenannten dualen Kombination von Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden. Sie erhalten damit insgesamt 3 verschiedene antithrombotisch wirksame Substanzen, sodass die Blutungsneigung deutlich gesteigert ist (12% innerhalb von 12 Monaten). Eine sehr genau abgestufte Therapie wird daher in den aktuellen Leitlinien empfohlen, wobei die präzise antikoagulatorische Behandlungsstrategie von zahlreichen Faktoren wie Stent-Typ (BMS oder DES), klinischer Gesamtsituation oder dem individuellen Blutungsrisiko abhängt.
Da nicht bekannt ist, ob und wie die neuen Empfehlungen in der Praxis umgesetzt werden und wie hoch die Komplikationsraten in Bezug auf Schlaganfall oder Blutungen sind, ist es Ziel des Projekts die Alltagssituation darzustellen.
Methodik In das AFibACS Projekt werden alle Berliner PatientInnen mit akutem Koronarsyndrom eingeschlossen, bei denen eine Stentimplantation vorgenommen wurde und bei denen gleichzeitig Vorhofflimmern vorlag. Der Einschluss erfolgt retrospektiv für den Zeitraum 01.04.2008 – 31.03.2011 sowie prospektiv für den Zeitraum 01.04.2011 bis 31.03.2012.
Die Datenerfassung erfolgt retrospektiv durch eine study nurse und prospektiv durch die am Berliner Herzinfarktregister (BHIR) teilnehmenden Ärzte und Ärztinnen. Die Auswertung erfolgt in der Datenzentrale des BHIR and der TU Berlin.
Datenbasis Primärdaten
   durch study nurse/ÄrztInnen ausgefüllte Erhebungsbögen   (Stichprobengröße: 1.000)
Studiendesign Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse (1) HerzinfarktpatientInnen mit Vorhofflimmern und einem HAS Bled Score >=3 erhielten wesentlich häufiger einen Bare-Metal-Stent als einen Drug-eluting-Stent.
(2) Bei Herzinfarktpatienten mit Vorhofflimmern wurde vorrangig die Infarktsymptomatik mit dualer Plättchenhemmung behandelt. Antikoagulation zur Embolieprophyaxe bei gleichzeitigem Vorhofflimmern wurde dagegen selten verordnet.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 28.01.2016