[Zurück zur Trefferliste]

SELF - Förderung der Selbstregulation von PatientInnen mit chronischen Krankheiten

 

Projektkennung VfD_SELF_11_001593
Laufzeit von 05/2011 bis 06/2014
Webseitehttp://www.uniklinik-freiburg.de/aqms/abgprojekte/versorgungsforschung0/self.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Auf Basis des Common Sense-Selbstregulationsmodells können Interventionsmodule entwickelt werden, die patienten- und behandlerseitig auf Akzeptanz stoßen.
Hintergrund / Ziele Patienten wünschen sich Informationen zu Krankheit und Behandlung, mit "Standardinformationen" sind Patienten jedoch häufig unzufrieden. In der Literatur wird daher zunehmend gefordert, Informationen stärker auf die Informationsbedürfnisse von Patienten zuzuschneiden und dabei auch die subjektiven Erklärungsmodelle von Patienten zu berücksichtigen. Ziel des Projekts war es daher, eine Intervention zu entwickeln, die darauf abzielt, die Patienteninformation stärker auf die subjektiven Erklärungsmodelle von RehabilitandInnen über Krankheit und Behandlung zuzuschneiden. Hierdurch sollten Ansatzpunkte gefunden werden, um die Selbstregulation der Patienten in Bezug auf die Erkrankung und Behandlung möglichst optimal zu unterstützen und zu fördern. Die Interventionsentwicklung griff auf die Theorie des sog. Common Sense-Selbstregulationsmodells von Howard Leventhal zurück.
Methodik Zunächst wurde im Rahmen einer Vorstudie ein Assessmentinstrument zur Operationalisierung des Bewältigungsverhaltens und dessen Bewertung mit Hilfe von Patienten- und Behandlerfokusgruppen und Literaturanalysen entwickelt und psychometrisch geprüft. Zur Weiterentwicklung der Interventionsmodule wurden neben Literaturrecherchen Expertengruppen mit Behandlern durchgeführt. Die Intervention wurde in zwei orthopädischen und zwei psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen implementiert. Ein Interventionsmanual, Behandlerschulungen und Telefoninterviews unterstützten und begleiteten die Implementation. Die Telefoninterviews mit N=16 teilnehmenden Behandlern stellten gleichzeitig einen ersten Schritt der formativen Evaluation der Intervention dar. In einem zweiten Schritt wurden leitfadengestützte Interviews mit Behandlern (N=15) und Rehabilitanden (N=17) durchgeführt. Die Auswertung der Interviews erfolgte in Anlehnung an den qualitativ-inhaltsanalytischen Ansatz von Mayring (2008) mithilfe der Analysesoftware Atlas.ti (Muhr, 2007). Des Weiteren wurde eine Fragebogenerhebung mit N=88 RehabilitandInnen durchgeführt. Darüber hinaus wurden auch N=27 teilnehmende Behandler mittels Fragebogen befragt. In einem Dokumentationsbogen zur Intervention dokumentierten und bewerteten sie die Intervention für jeden einzelnen Patienten. Am Ende der Studienphase füllten sie zudem noch einen Abschlussfragebogen zur Gesamtbewertung der Intervention aus.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 32)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 84)
   Befragung per Fragebogen in der Klinik vor Ort  (Stichprobengröße: 528)
Studiendesign Längsschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Im Rahmen der Vorstudie konnte für beide Diagnosegruppen ein umfassender, diagnosespezifischer Itempool zur differenzierten Erfassung des patientenseitigen Bewältigungsverhaltens und dessen Bewertung vor, während und nach der Rehabilitation entwickelt werden. Die neu entwickelten Instrumente wurden in einem Pretest hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften untersucht. Dabei zeigten sich in beiden Diagnosegruppen zufriedenstellende Verteilungseigenschaften sowie eine gute patientenseitige Akzeptanz. In der Hauptstudie des Projekts wurden zunächst die Interventionsmodule und der Rückmeldebogen aus dem Vorgängerprojekt in einem mehrstufigen Prozess weiterentwickelt. Durch die Ergebnisse von Literaturrecherchen und Expertengruppen konnten entscheidende Hinweise für die Weiterentwicklung gewonnen werden. Das Konzept der SELF-Intervention wurde in einem Interventionsmanual detailliert beschrieben. Die Intervention wurde in vier Kliniken implementiert. Aus der qualitativen und quantitativen Evaluation der Intervention liegen vielfältige Hinweise zur Implementation, Machbarkeit und Akzeptanz der Intervention vor.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 27.01.2016