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Psychiatrische Erkrankungen und Lebensqualität

Eine explorative Studie zur Eignung von qualitätsadjustierten Lebensjahren (QALYs) für Kosten- und Effektivitätsanalysen in der psychiatrischen Versorgung

 

Projektkennung VfD_11_001624
Laufzeit von 11/2011 bis 03/2013
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Gibt es eine Veränderung an Lebensqualität, in Form einen Zuwachses an QALYs in der ambulanten und stationären Versorgung psychisch Kranker und wenn ja, wie hoch ist dieser erreichte Zuwachs?
Auf welcher Zeitachse zeigen sich Veränderungen der Lebensqualität, korrelieren diese mit den klinischen Veränderungen und werden diese auch längerfristig z. B. nach dem Ende der Akutbehandlung erhalten? Gibt es Unterschiede in der Lebensqualität über die Zeitachse der Behandlung?
Eignen sich Lebensqualitätsfragebögen in psychiatrischen Patientenkollektiven zur Messung des Behandlungsverlaufs und Behandlungserfolgs?
Wie verhalten sich die Kosten pro QALY im ambulanten und stationären Settings?

Eignen sich QALYs als Outcome-Kriterium für Kosten-Effektivitätsanalysen in heterogenen ambulanten und stationären psychiatrischen Behandlungssettings?
Lässt sich der Mehrnutzen eines spezifischen Behandlungssettings und einer Optimierung der Schnittstellen zwischen Behandlungssettings durch QALYs als Effektivitätsmaß abbilden?

Hintergrund / Ziele Im vorliegenden Projekt soll durch die Längsschnittverknüpfung von im Rahmen der Studie erhobenen objektiven Patientendaten zu Schweregrad der Erkrankung, entstandenem Behandlungsaufwand, präzisen Kostendaten und subjektiven Lebensqualitätsdaten aus Patientensicht explorativ die Eignung von QALYs als Outcome-Kriterium für Kosten-Effektivitätsanalysen in der Versorgung psychisch Kranker in verschiedenen ambulanten und stationären Behandlungssettings überprüft werden. Durch die Längsschnittuntersuchung über 18 Monate sollen sowohl kurzfristige als auch längerfristige Unterschiede in den QALYs erstmals messbar gemacht werden.
Methodik Unterteilung in vier Gruppen abhängig vom Behandlungssetting: Gruppe 1: Stationäre Behandlung in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (affektive Störungen, Schizophrenien) bzw. in der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin (emotional-instabile Persönlichkeitsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen) des Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI, Mannheim). Gruppe 2: Ambulante Behandlung in der Hochschulambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin des ZI mit der Diagnose einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Gruppe 3: Ambulante nervenärztliche Behandlung im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ Mannheim Mitte) unter den in den Einschlusskriterien genannten Diagnosen. Gruppe 4: Kombinierte Behandlung der Gruppen 1-3. In Gruppe 1 erfolgt gemeinsam mit der Erhebung der klinischen Parameter innerhalb der ersten vier Tage nach Aufnahme und vor Beginn der Behandlung eine Erhebung der Lebensqualität mit den drei Studieninstrumenten zur Messung der Lebensqualität (EQ-5D, SF12, WHOQoL-Bref). In den Gruppen 2 und 3 erfolgt die Messung der Lebensqualität mit den gleichen Instrumenten beim Erstkontakt. Die Instrumente zur Messung der Lebensqualität werden zu den folgenden Messzeitpunkten eingesetzt: • Gruppe 1 (stationäres Setting): - 1x Messung bei Aufnahme (Ts1) - 1x Messung bei Entlassung (Ts2) - Rekontaktierung bei Vorliegen des Einverständnisses nach Übergang in ambulantes Setting drei Monate nach der Entlassung (Ts3) • Gruppe 2 und 3 (ambulantes Setting): - 1x Messung bei Aufnahme (Ta1) - Folgemessungen 1x pro Quartal über entweder max. 18 Monate bzw. bis zum Studienende oder bis zum jeweiligen Ende der ambulanten Behandlung, so dass hier jeweils maximal 5 zusätzliche Messzeitpunkte entstehen (Ta2 - Ta6) • Gruppe 4 (kombiniertes Setting): - Übernahme der bestehenden Datensätze aus den Gruppen 1 – 3 und in der Folge Fortführung des jeweiligen gruppenspezifischen Mess-Settings Zur Erfassung der Symptomausprägung und klinischen Verlaufsbeurteilung werden im Rahmen der klinischen Routine in allen Gruppen unabhängig von der Studie diagnosenspezifische Instrumente zu den o.g. Messzeitpunkten bzw. zu Beginn und Ende der Behandlung eingesetzt. Die klinischen Messinstrumente werden diagnosenabhängig eingesetzt, da diese diagnosenspezifisch sind. Es werden die folgenden Instrumente eingesetzt: • HAMD (Hamilton Depression Scale) • BDI (Beck Depression Inventory) • PANSS (Positive and Negative Symptom Scale) • BSL-23 (Borderline Symptom List) • PSS-SR (PTSD Symptoms Scale Self Report) • SCL-90-R (Symptomcheckliste bei psychischen Störungen) Der Ressourceneinsatz wird in den verschiedenen Gruppen mit Hilfe des Krankenhausinformationssystems, des Praxisinformationssystem, betriebswirtschaftlicher Kennzahlen (z. B. Mitarbeiterkosten) und den im Rahmen der InEK-Kalkulation zu erhebenden Daten erfasst.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 600)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Beobachtungsstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 65 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.06.2012