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Psychosoziale Intervention bei Angehörigen von Personen mit chronischer Alkoholabhängigkeit

 

Projektkennung VfD_08_001663
Laufzeit von 01/2008 bis 07/2011
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Führt eine Einzelintervention für Angehörige von alkoholabhängigen Personen (Indexpatienten; IP) nach dem Community Reinforcement and Family Training (CRAFT) zu einem Rückgang psychosozialer Belastung und zu einer Erhöhung der Inanspruchnahme suchtspezifischer Behandlung durch die IP?
Hintergrund / Ziele Angehörige von Suchterkrankten weisen oftmals einen hohen Leidensdruck und erhöhte Raten stressbedingter Erkrankungen auf. Das Suchthilfesystem erreicht nur einen Bruchteil der Suchtkranken und kaum Angehörige. Das “Community Reinforcement And Family Training“ (CRAFT), ein angehörigenbasierter Interventionsansatz, wurde in US-amerikanischen Studien als wirksam evaluiert. Die Studie überprüft, ob eine adaptierte Form dieser Intervention durch Nutzung des Leidensdruckes von Angehörigen die Inanspruchnahme suchtspezifischer Hilfen von behandlungsunwilligen Alkoholabhängigen (Indexpatienten = IPs) erhöht. Zusätzlich wurden direkte Auswirkungen der Teilnahme auf Lebensqualität und psychische Gesundheit der Angehörigen erhoben.Es wurde eine randomisierte Wartelisten-Kontrollgruppenstudie mit drei Follow-up-Erhebungszeitpunkten (3, 6, 12 Monate) durchgeführt. Die Behandlung bestand aus 12 wöchentlichen Einzelsitzungen nach dem CRAFT-Ansatz.
Methodik Randomisierte Wartelisten-Kontrollgruppenstudie mit drei Follow-up-Erhebungszeitpunkten (3, 6, 12 Monate). Nach Bearbeiten ders Baseline-assessments wurden Angehörige randomisiert einer sofortigen und einer 3-monatigen Wartebedingung zugewiesen, so dass zur 3-Monatskatamnese eine Überlegenheit der sofortigen Interventionsbedingung und zu den 6-und 12-Monatskatamnesen eine Angleichung der beiden Gruppen erwartet wurde.
Datenbasis Primärdaten
   Interview (Face to face)  (Stichprobengröße: 89)
Studiendesign Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Es wurden N=89 Probanden eingeschlossen. Nach 3 Monaten ist die Inanspruchnahmerate suchtspezifi-scher Hilfen unter den IPs der Angehörigen aus der Interventionsgruppe (IG) (38,5%) im Vergleich zur unbehandelten Wartegruppe (WG) (13,5%) (p=0.016) signifikant höher, die geschätzte konsumierte Alko-holmenge (AUDIT-C) der IPs signifikant niedriger (p=0.038). Weiterhin ergaben sich Verbesserungen der seelischen Gesundheit lediglich in unmittelbarem Zusammenhang mit der Teilnahme an der Interventi-on. Im Zeitraum zwischen 3- und 6-Monats-Katamnese nähern die Inanspruchnahmeraten sich an, so dass nach 6 Monaten kein signifikanter Unter-schied mehr vorliegt (IG: 48,1%; WG: 40,5%; p=0.552). Gleiches gilt für die geschätzten AUDIT-C-Summenwerte (p=0.388). Zur 12-Monatskatamnese fanden sich ebenfalls keine Unterschiede zwischen den Gruppen, die Inanspruchnahme suchtspezifischer Hilfen betrug über beide Gruppen hinweg 49.4%.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 14.05.2012