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Jena-PARADIES - Evaluation eines praxisteam-unterstützten, selbst gesteuerten Expositionstrainings für Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie in der Primärversorgung

Jena-PARADIES (Patient Activation foR Anxiety DIsordErS)

 

Projektkennung VfD_Jena-PARADIES__12_001831
Laufzeit von 03/2012 bis 02/2015
Webseitehttp://www.jena-paradies.org
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Führt ein praxisteam-unterstütztes, selbst gesteuertes Expositionstraining für Patienten mit Panikstörung mit/ohne Agoraphobie in der hausärztlichen Primärversorgung - das sog. „Jena-PARADIES“ Übungsprogramm - nach sechs Monaten zu einer signifikant größeren Verringerung der Angstsymptomatik und zu einer höheren Lebensqualität als "Usual Care" unter Berücksichtigung der empfohlenen Behandlungsstandards?
Welche Veränderungen bewirkt die Anwendung des "Jena-PARADIES" Übungsprogramms hinsichtlich direkter und indirekter gesundheitsökonomischer Kosten, wenn für den Vergleich von Interventions- und Kontrollgruppe eine inkrementelle Kosten-Nutzwert-Relation herangezogen wird?
Hintergrund / Ziele Bei der weit verbreiteten Panikstörung (ICD-10: F41.0) treten wiederholt Episoden intensiver Furcht (sog. „Panikattacken“) auf, die bei den Betroffenen in der Regel große Sorgen und Befürchtungen auslösen. In 35-65 % aller Fälle besteht komorbid eine Agoraphobie (ICD-10: F40.01), bei der die Betroffenen zusätzlich eine Furcht vor bestimmten Situationen entwickeln und diese vermeiden. Typischerweise handelt es sich dabei um Situationen, in denen die Patienten das Auftreten von Panikattacken oder Angstsymptomen befürchten. Die Störungsbilder führen regelmäßig zu schwerwiegenden Einschränkungen in beruflichen und privaten Lebensbereichen sowie zu einer verminderten Lebensqualität der Betroffenen. Auf der gesellschaftlichen Makroebene entstehen hohe gesundheitsökonomische Kosten. Gleichzeitig liegen evidenzbasierte, effektive Behandlungsstrategien vor. Entsprechend internationaler und nationaler Versorgungsleitlinien sollen bereits in der Primärversorgung verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlungselemente zur Anwendung kommen. Ferner konnte gezeigt werden, dass sich die Behandlung chronischer Erkrankungen durch die Anwendung von Methoden optimieren lässt, die aus dem „Chronic Care“-Modell abgeleitet wurden. Im Rahmen der „Jena-PARADIES“-Studie wird ein selbst gesteuertes Expositionstraining für Patienten mit Panikstörung und Agoraphobie entwickelt und evaluiert. Das sog. „Jena-PARADIES“ Übungsprogramm wird unter Einbezug von nichtärztlichem Praxispersonal als praxisteam-basiertes „Case Management“ durchgeführt und setzt die für die Primärversorgung empfohlenen Behandlungselemente konsequent um.
Methodik Es handelt sich um eine prospektive, zweiarmig kontrollierte, multizentrische und cluster-randomisierte Interventionsstudie, die in 74 Hausarztpraxen (Prüfzentren/Cluster) mit 444 volljährigen Patienten (Beobachtungseinheiten) durchgeführt wird. Die Rekrutierung der Patienten erfolgt durch die Prüfzentren. Alle Hausärzte werden in Symptomatik, Diagnostik und evidenzbasierten Therapiestrategien bei Panikstörung mit/ohne Agoraphobie geschult.
Die in den Interventionsarm der Studie randomisierten Praxisteams (jeweils bestehend aus dem Hausarzt und mindestens einem nichtärztlichen Praxismitarbeiter) werden zusätzlich in der Anwendung des praxisteam-unterstützten, selbst gesteuerten Expositionstrainings (dem sog. "Jena-PARADIES" Übungsprogramm) geschult. Das "Jena-PARADIES" Übungsprogramm wird als praxisteam-basiertes "Case Management" durchgeführt. Es beinhaltet u.a. die Behandlungselemente Beratung, Psychoedukation, Anleitung zur Konfrontation in vivo und Selbsthilfemanual. Der Behandlungsplan umfasst vier manualisierte Hausarzt-Patient-Kontakte sowie zehn protokollgestützte Telefonkontakte. Die Telefonkontakte werden in regelmäßigen Abständen vom nichtärztlichen Praxispersonal durchgeführt und haben die strukturierte Beobachtung des Symptom- und Behandlungsverlaufes zum Ziel. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen werden jeweils an den Hausarzt übermittelt, der somit die Möglichkeit erhält rasch und datengeleitet mit adäquaten therapeutischen Maßnahmen zu reagieren.
Im Kontrollarm der Studie erfolgt die Behandlung der Patienten dagegen wie gewohnt ("Usual Care" unter Berücksichtigung des empfohlenen Standards).
Datenbasis Primärdaten
   Fragebogen (Patienten-Selbstauskunft)  (Stichprobengröße: k.A.)
Studiendesign Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse --

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 13.03.2015