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DIANA - Nutzen eines supportiven, telefonbasierten Counselingsystems bei der hausärztlichen Betreuung von chronisch Kranken am Beispiel von Patienten mit Typ 2 Diabetes

 

Projektkennung VfD_DIANA_08_001847
Laufzeit von 02/2008 bis 12/2011
Webseitehttp://www.forschung-patientenorientierung.de/index.php/projekte/erste-foerderphase/modul-vier-phase-1/nutzen-eines-supportiven-telefonbasierten-counselingsystems-...-brenner.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Im quantitativen Studienteil wurde unter anderem anhand einer randomisiert kontrollierten Interventionsstudie untersucht, ob ein gezieltes patientenorientiertes Vorgehen mittels eines supportiven telefonischen Counseling im Vergleich zur „üblichen“ medizinischen Versorgung die Zielparameter der Diabetestherapie (HbA1c) und andere sekundäre Outcome-Parameter (Blutfettwerte, Blutdruck, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Depressionssymptome) verbessert.
Hintergrund / Ziele Die kontinuierliche Betreuung chronisch kranker Patienten bedeutet für viele niedergelassene Hausärzte in Deutschland einen enormen Arbeitsaufwand. Angesichts der steigenden Zahlen wird einer Verbesserung der medizinischen Versorgung von chronisch Kranken ein immer höherer Stellenwert zugemessen. Am Beispiel des Typ-2 Diabetes mellitus, einer der weltweit häufigsten chronischen Krankheiten mit stetig steigender Inzidenz und Prävalenz, wurde untersucht, ob sich bei Diabetespatienten durch eine stärker patientenorientierte Betreuung wesentliche Outcome-Parameter der Diabetestherapie verbessern.
Am Beispiel des Typ-2 Diabetes mellitus, einer der weltweit häufigsten chronischen Krankheiten, wurde untersucht, ob bei Diabetespatienten eine stärker patientenorientierte Betreuung zu Verbesserungen im Krankheitsverlauf führt. Mittels eines qualitativen Studienteils wurden individuelle Ressourcen und Kompetenzen zur verbesserten Erreichung der leitliniengestützten Therapieziele speziell bei Patienten mit einer unbefriedigenden Stoffwechsellage identifiziert. Der quantitative Studienteil bestand zum einen aus einer prospektiven Längsschnittstudie, die die aktuelle Versorgungssituation von Typ-2 Diabetikern untersuchte und zum anderen aus einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie, die den Nutzen eines monatlichen supportiven Telefoncounselings durch Medizinische Fachangestellte gegenüber der üblichen medizinischen Betreuung überprüfte.
Methodik Insgesamt konnten 1,146 Teilnehmer, die über 38 Hausarztpraxen der Region Ludwigsburg-Heilbronn zwischen Oktober 2008 und März 2010 rekrutiert wurden, in die Analysen eingeschlossen werden. Informationen zu jedem Teilnehmer wurden über einen selbst auszufüllenden Teilnehmerfragebogen, über einen Arztfragebogen und eine Blutentnahme durch die Arztpraxis zur Bestimmung des HbA1c Wertes gesammelt. Teilnehmer mit einem HbA1c > 7.5% wurden per Randomisation einem telefonbasierten Counselingverfahren zugeteilt und durchliefen ein 6-, 12- und 18-Monats-Follow-up.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 1.146)
Studiendesign Kohortenstudie (prospektiv)
Randomisierte kontrollierte Studie (RCT)
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Die Ergebnisse der prospektiven Längsschnittstudie unterstreichen die Bedeutung sozialer Unterstützung von Diabetespatienten durch das medizinische Personal. In Bezug auf die Versorgungssituation zeigen sich hinsichtlich der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im Rahmen der Diabetesbehandlung sowie hinsichtlich der medikamentösen Behandlung insbesondere bei Diabetespatienten mit koronarer Herzkrankheit deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede, die eine Notwendigkeit geschlechtssensibler Behandlungsansätze nahelegen. Weitere Befunde zeigen, dass patientenseitige Non-Compliance mit Diabetes-Behandlungsregimes mit einer schlechteren Blutzuckerkontrolle assoziiert ist; eine stärkere Unterstützung der Patienten in Bezug auf die Compliance mit ihrer Behandlung könnte sich somit positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Die randomisierte kontrollierte Interventionsstudie zum Nutzen eines telefonbasierten supportiven monatlichen Counselings bei Typ-2 Diabetikern mit unbefriedigender Stoffwechsellage zeigte keinen ausgeprägten Nutzenvorteil des Counselings gegenüber üblicher ärztlicher Behandlung.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 10.08.2012