[Zurück zur Trefferliste]

PoInts - Patientenorientierte Interventionen zur Lebensstilmodifikation bei KHK - Subjektive Konzepte zu Inhalten, Methoden und Setting nachhaltiger Sekundärprävention im Alltag

 

Projektkennung VfD_PoInts_08_001851
Laufzeit von 02/2008 bis 04/2011
Webseitehttp://www.rehaforschung.de/points/
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Wie sehen die subjektiven Vorstellungen von KHK-PatientInnen und ihren PartnerInnen zu relevanten Veränderungsdimensionen als Voraussetzung nachhaltiger Lebensstilmodifikationen aus?
Welches sind die aus subjektiver Sicht geeigneten Interventionsmethoden und Settings zur Schaffung solcher personalen und situativen Voraussetzungen?
Hintergrund / Ziele Die Umstellung des Lebensstils zur Sekundärprävention der KHK gelingt in der Praxis langfristig häufig nicht erfolgreich. Die fehlende Bedarfsgerechtigkeit bisheriger Interventionsansätze in Bezug auf subjektive Erwartungen, Konzepte und den subjektiven Bedarf wird als ein Faktor für diese geringe Nachhaltigkeit angesehen. Projektziel war die Erfassung subjektiver Konzepte zu bedarfsgerechten Interventionen zur Lebensstilmodifikation unter Alltagsbedingungen. Die Ergebnisse sollen in Vorschläge zu innovativen Interventionsansätzen münden, die dazu bei­tragen, die Bedarfsgerechtigkeit der Versorgung und damit die Nachhaltigkeit der Erfolge zu verbessern.
Methodik In der ersten, qualitativen Studienphase wurden in Fokusgruppen mit PatientInnen und Angehörigen von PatientInnen Erfahrungen bei bisherigen Versuchen der Lebensstiländerung und subjektive Konzepte zu aus Sicht der Befragten hilfreichen Interventionen zur Lebensstilmodifikation untersucht. Die Fokusgruppensitzungen wurden aufgezeichnet, vollständig transkribiert und qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet.

Aus der qualitativen Auswertung ergab sich eine Liste von 65 Unterstützungs­angeboten, die in der zweiten, quantitativen Studienphase in einer schriftlichen Befragung von PatientInnen hinsichtlich ihrer Eignung für eine nachhaltige Umset­zung von Verhaltensänderungen im Alltag beurteilt werden sollten. Die Items erfass­ten Aspekte der medizinischen Versorgung, eher ganzheitliche, umfassende Angebote sowie spezifische Angebote zu einzelnen Bereichen des Lebensstils. Ferner wurden Faktoren erhoben, die aus Sicht der Befragten die Umsetzung von Lebensstil­änderungen fördern.

Die PatientInnen stammten aus drei verschiedenen Versorgungssettings (Akutversor­gung nach einem kardialen Ereignis, kardiologische Rehabilitationsmaßnahme nach einem kardialen Ereignis und ambulante Hausarzt- bzw. Facharztversorgung mindestens ein halbes Jahr nach einem kardialen Ereignis).
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 220)
   Gruppendiskussion/Fokusgruppe  (Stichprobengröße: 66)
Studiendesign Querschnittstudie
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse In den durchgeführten Fokusgruppen wurden von den TeilnehmerInnen hemmende und unterstützende Faktoren für eine erfolgreiche Lebensstilmodifikation auf verschiedenen Ebenen (personale, situative, soziale, versorgungsbezogene und gesell­schaftliche Faktoren) diskutiert. Auffällig waren fehlende Vorstellungen über innovative, noch nicht existierende Unterstützungsmöglichkeiten, fehlende Infor­mationen über die Verfügbarkeit von konkreten Angeboten vor Ort und Vorurteile gegenüber der Inanspruchnahme psychologischer Hilfe. Die Möglichkeit zum Aus­tausch (vor allem längerfristig) mit gleichermaßen Betroffenen wurde allgemein für hilfreich gehalten. Die Vorstellungen zu hilfreichen Angeboten orientierten sich viel­fach an bereits bekannten Versorgungsmodellen, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden jedoch auch einige Vorschläge für innovative Interventions­angebote diskutiert.

In der Fragebogenuntersuchung wurden als bedeutsame fördernde Faktoren neben einer besseren medizinischen Versorgung die Unterstützung durch Partner und Familie sowie ein verbessertes seelisches Gleichgewicht beurteilt. Als besonders hilf­reiche Angebote wurden regelmäßige medizinische Nachsorgeuntersuchungen, die Aufklärung und Information durch Ärzte oder Physiotherapeuten sowie Sport­angebote, die wohnortnah, kostengünstig, abwechslungsreich sind, flexibel angebo­ten werden und ärztlich überwacht sind, eingeschätzt. Der Hausarzt als Ansprech­partner, der sich Zeit nimmt und Empfehlungen über Angebote ausspricht, wird als besonders hilfreich angesehen.

Aufgrund des im Projekt festgestellten Bedarfs wurde eine Übersicht über regionale Unterstützungsangebote für KHK-PatientInnen erstellt. Basierend auf den Projektergebnissen wurden zwei Interventionskonzepte entwickelt, von denen eins aktuell bereits umgesetzt und evaluiert wird.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 21.08.2012