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Bedarfsgerechte Patienteninformation für Rehabilitandinnen und Rehabilitanden auf der Basis subjektiver Konzepte

 

Projektkennung VfD_08_001858
Laufzeit von 01/2008 bis 04/2011
Webseitehttp://www.uniklinik-freiburg.de/aqms/abgprojekte/versorgungsforschung0/konzepte.html
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Ist eine Intervention zur Informationsvermittlung, die an den subjektiven Krankheits- und Behandlungskonzepten der Patienten ansetzt, effektiv?
Hintergrund / Ziele Mit „Standardinformationen“ über Krankheit und Behandlung sind Pa­tien­ten häufig unzufrieden. Ziel des Projekts war es daher, eine theoriebasierte Inter­ven­tion zu entwickeln und zu evaluieren, mittels derer Informationen auf die indivi­du­el­len Bedar­fe der Pa­tienten zuge­­schnitten werden, indem sie gezielt an die patienten­sei­ti­gen Vorstellun­gen und Über­zeu­gungen hinsichtlich Krankheit und Behandlung anknüpfen. Mittelfristig soll­te durch eine bessere Passung zwischen den vermittelten Informationen und dem sub­jek­ti­ven patientenseitigen Informationsbedarf ein besseres Rehabilitationsergebnis erzielt werden.
Methodik Die summative Evaluation der Intervention war als sequentielles Kontrollgruppendesign angelegt. In beiden Gruppen wurden drei Messzeitpunkte realisiert (vor Reha-Beginn, bei Reha-Ende und sechs Monate nach Ende der Rehabilitation). Als Ergebnisgrößen wurden proximale (z.B. Informationsbewertung bzgl. Krankheit, Medikamenten und Rehabilitation) und distale (z.B. Lebensqualität/ Funktionsfähigkeit) Kriterien herangezogen. Insgesamt wurden N=414 Rehabilitanden (chronischer Rückenschmerz: N=210, depressive Störungen: N=214) in die Evaluation einbezogen. Außerdem bewerteten N=42 Behandler aus acht Kooperationseinrichtungen die Intervention.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 414)
Studiendesign Längsschnittstudie
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Im Hinblick auf die Evaluation zeichnete sich ab, dass die Intervention in der Diagnosegruppe chronischer Rückenschmerz insbesondere im Hinblick auf proximale Outcomes effektiv ist: Patienten der Interventionsgruppe identifizierten Faktoren, die in ihrem eigenen Einflussbereich liegen, in einem größeren Ausmaß als Ursachenfaktoren für die Rückenschmerzen und erlebten im Rehabilitationsverlauf einen deutlicheren Zuwachs an persönlicher Kontrollierbarkeit der Rückenschmerzen als Patienten der Kontrollgruppe. Darüber hinaus bewerteten sie die Informationen, die während der Rehabilitation zur Krankheit und zur Rehabilitation vermittelt wurden, in einem deutlich größeren Ausmaß als ihren Bedürfnissen entsprechend, und sie zeigten subjektiv in stärkerem Ausmaß aktives Informationsverhalten. Im Hinblick auf die distalen Outcomes konnten hingegen kaum differenzielle Effekte für die Interventionsgruppe nachgewiesen werden. In der Diagnosegruppe depressive Störungen lässt sich die Effektivität der Intervention kaum belastbar nachweisen. Hypothesenkonform sind lediglich die Ergebnisse, dass die Informationen, die während der Rehabilitation zur Medikation vermittelt wurden, in der Interventionsgruppe in einem größeren Ausmaß den patientenseitigen Bedürfnissen entsprochen haben und dass die Patienten der Interventionsgruppe subjektiv in stärkerem Ausmaß aktives Informationsverhalten zeigten als die Patienten der Baselinegruppe. Behandlerseitig traf die Intervention auf Akzeptanz. Sowohl inhaltliche als auch organisatorische Eckpunkte der Intervention wurden überwiegend positiv bewertet.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 28.01.2016