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ParZivar - Entwicklung und Evaluation eines Trainingsmoduls zur partizipativen Vereinbarung von Zielen in der stationären medizinischen Rehabilitation

 

Projektkennung VfD_ParZivar_08_001861
Laufzeit von 01/2008 bis 06/2011
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Ist eine Intervention zur Zielvereinbarung, die verschiedene Prinzipien erfolgreicher Zielvereinbarungen (wie z.B. konsequente Partizipation der Rehabilitanden) berücksichtigt, effektiv?
Hintergrund / Ziele Die Vereinbarung von Rehabilitationszielen stellt einen wichtigen Bestandteil der Rehabilitation dar. Verschiedene Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass bezüglich Zielverein­barungen Verbesserungs­potenzial be­steht. So wissen die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden z.B. häufig nicht, welche konkreten Ziele in der Rehabilitation überhaupt verfolgt werden. Ziel des Projekts war es da­her, zunächst zu untersuchen, wie die Reha-Zielvereinbarungen in den Rehabilitationskliniken gestaltet sind. In einem zweiten Schritt wurde darauf basierend eine Maßnahme zur Verbesserung der Qualität von Zielvereinbarungen entwickelt, in zwei stationären Rehabilitationskliniken implementiert und evaluiert.
Methodik Die summative Evaluation der Intervention war als sequentielles Kontrollgruppendesign angelegt. In beiden Gruppen wurden drei Messzeitpunkte realisiert (vor Reha-Beginn, bei Reha-Ende und sechs Monate nach Ende der Rehabilitation). Als Ergebnisgrößen wurden verschiedene proximale (z.B. Umsetzung der Qualitätskriterien von Zielvereinbarungen) und distale (z.B. Lebensquali¬tät/Funktionsfähigkeit) Kriterien herangezogen. Insgesamt wurden N=452 Rehabilitanden (Chronischer Rückenschmerz: N=254, Koronare Herzkrankheit: N=198) in die Evaluation einbezogen.
Datenbasis Primärdaten
   Befragung postalisch  (Stichprobengröße: 452)
Studiendesign Längsschnittstudie
Quasi-experimentelle Untersuchung
Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 18 bis 99 Jahre
Ergebnisse Im Hinblick auf die Evaluation der PARZIVAR-Intervention konnte in beiden Diagnosegruppen gezeigt werden, dass die Intervention das Potenzial hat, proximale Zielgrößen zu verbessern. So wurden zielbezogene Aspekte, die in der Literatur als Qualitätskriterien von Zielvereinbarun¬gen definiert sind, von den Rehabilitanden der Interventionsgruppe häufiger als vorhanden bewertet als in der Kontrollgruppe. Im Hinblick auf distale Outcomes hingegen konnten die formulierten Hypothesen zu einem großen Teil nicht bestätigt werden. So wurden z.B. die ärztliche Betreuung und die Qualität der Arzt-Patient-Interaktion von der Interventionsgruppe nicht besser bewertet als von der Kontrollgruppe. Auch im Hinblick auf die Lebensqualität/Funktionsfähigkeit konnte für die Interventionsgruppe beider Indikationen kurzfristig und für die Indikation Chronischer Rückenschmerz auch mittelfristig keine Überlegenheit nachgewiesen werden. In der Diagnosegruppe Koronare Herzkrankheit verbesserte sich die Interventionsgruppe in Bezug auf einige Bereiche generischer und krankheitsspezifischer Funktionsfähigkeit mittelfristig in stärkerem Ausmaß als die Kontrollgruppe. Die Rückführung dieser distalen Ergebnisse auf die Intervention sollte angesichts verschiedener Limitationen (vgl. Abschlussbericht) jedoch sehr vorsichtig erfolgen. Behandlerseitig zeigten die Evaluationsergebnisse insbesondere Bedenken im Hinblick auf die routinemäßige Umsetzung der PARZIVAR-Intervention auf.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 16.07.2012