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Antibiotika-Verordnungen im Jahr 2010 im regionalen Vergleich

 

Projektkennung VfD_12_001968
Laufzeit von 09/2012 bis 09/2012
Webseitehttp://www.versorgungsatlas.de/themen/versorgungsprozesse/?tab=6&uid=26
Status des Projekts abgeschlossen

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Gibt es regionale Unterschiede in der Antibiotika-Verordnungsprävalenz im ambulanten Bereich?
Welche Wirkstoffgruppen werden eingesetzt und in welchem Umfang?
Welche Facharztgruppen sind maßgeblich am Verordnungsgeschehen beteiligt?
Hintergrund / Ziele 60 Jahre nach ihrer ersten Anwendung gehören Antibiotika zu den häufigsten Arzneimittelverordnungen in Deutschland. Ihr breiter Einsatz wird inzwischen kritisch beurteilt, da die zunehmend zu beobachtende Entwicklung von Resistenzen auf die häufige bzw. unsachgemäße Anwendung zurückgeführt wird. Ein regelmäßiges Monitoring des Antibiotika-Verordnungsgeschehens in Deutschland ist vor diesem Hintergrund unerlässlich.

Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Verordnungshäufigkeiten und das Verordnungsvolumen im Jahre 2010 in Deutschland unter regionalen Gesichtspunkten nach Alter und Facharztgruppen im ambulanten Bereich zu betrachten.
Methodik Datengrundlage der Untersuchung sind bundesweite kassenübergreifende Arzneiverordnungsdaten gemäß §300 Abs. 2 SGB V des Jahres 2010. Für die Auswertung wurden alle Verordnungen berücksichtigt, deren ATC-Codes der Gruppe „J01“ (Antiinfektiva) zuzuordnen sind. In der Untersuchungspopulation wurden alle Arzneimittelpatienten berücksichtigt, die 2010 mindestens eine Verordnung mit dem ATC „J01“ erhalten haben. Die regionale Betrachtung erfolgt auf der Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen (Wohnort-Bezug).
Datenbasis Sekundärdaten
   Arzneiverordnungsdaten gemäß §300 SGB V (Apothekenrechenzentren)  (Stichprobengröße: 22.000.000)
Studiendesign Querschnittstudie

Untersuchte Geschlechter weiblich und männlich
Untersuchte Altersgruppen von 0 bis 109 Jahre
Ergebnisse 21,9 Mio. Patienten haben 2010 mindestens eine Antibiotikaverordnung bekommen (31,5% aller GKV-Versicherten). Die Verordnungsprävalenz ist stark altersabhängig (U-förmiger Zusammenhang). Die höchsten Verordnungsprävalenzen finden sich demnach in der Altersgruppe der über
90-Jährigen (55,7%) und bei bis 15-Jährigen (39,1%), die niedrigsten bei den 45-55-Jährigen (27,3%). Gemessen am Verordnungsvolumen (DDD), nimmt die Gruppe der Basispenicilline mit 26,7% (91,4 Mio. DDD) den ersten Rang unter allen eingesetzten Wirkstoffen ein. Mehr als die Hälfte aller verordneten DDD (52,6%) entfällt auf die Gruppe der Allgemeinmediziner/Hausärzte. Es zeigen sich auffallend hohe Verordnungsprävalenzen im Westen und niedrige Verordnungsprävalenzen im Nord-Osten Deutschlands (Maximum 36,7% im Saarland, Minimum 25,0% in Brandenburg). Betrachtet man nur die Gruppe der unter 15-Jährigen, ändert sich das regionale Muster deutlich (Maximum 46,7% im Saarland, Minimum 33,4% in Schleswig-Holstein).

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 12.12.2012